Gespräch zu Patriotismus und Nationalismus – zwischen Identität und Ausgrenzung

Kronstadt – Am kommenden Montag, dem 17. März, zwischen 18 und 20 Uhr, findet im Multikulturellen Zentrum der Transilvania-Universität in der Postwiese/Livada Poștei in Kronstadt/Brașov ein Gespräch über die Grenzen das heutige bürgerschaftliche Engagement, Patriotismus und Nationalismus statt. Uwe Leonhardt, Geschäftsführer des Demokratischen Forums der Deutschen in Kronstadt und zivilgesellschaftlicher Aktivist, Iulia Florea, Geschäftsführerin der Gemeinschaftsstiftung  „Fundaia Comunitară Brașov“ und Florin Nistor, Koordinator der Jungen „Junii“ in Kronstadt werden über Patriotismus und Nationalismus sprechen, zwei politisch aufgeladene Begriffe, die im vergangenen Jahr stark in der Gesellschaft präsent waren und die oft unterschiedliche und oft kontroverse Bedeutungen annehmen. Künstlerin und Anthropologin Rucsandra Pop übernimmt die Moderation der Diskussion. Die Veranstaltung erfolgt im Rahmen der mehrjährigen Gesprächsreihe „ISCOADA – Hub für kulturelle Forschung“, die unterschiedliche Perspektiven zu schwierigen, relevanten und aktuellen Themen zusammenbringt, die in der Öffentlichkeit oft zu wenig diskutiert werden.

„Es gibt Umstände, in denen lokaler Stolz in ausgrenzendes Verhalten umschlagen kann. Die Gefahren des Nationalismus können soziale Phänomene wie die Rückentwicklung demokratischer Werte, religiöse und geschlechtsspezifische Diskriminierung sowie die Einschränkung von Menschenrechten umfassen. Dennoch ist diese ideologische Rhetorik für viele Menschen attraktiv, und sie neigen dazu, sich mit nationalen Bestrebungen und somit auch mit isolationistischen politischen Überzeugungen zu identifizieren“, steht weiter in der Präsentation der Veranstaltung. „Wie können diese beiden Konzepte in Rumänien heute koexistieren? Und vor allem: Wie können wir Dialogbrücken in lokalen Gemeinschaften mit komplexen historischen Hintergründen schaffen? Inwieweit können Zugehörigkeit zur Gemeinschaft und bürgerschaftliches Engagement einen Rahmen und mögliche Lösungen für ethnische und ideologische Konflikte bieten? Wie können wir mit Menschen über die zyklische Natur der Geschichte, die politischen Machtspiele und die Gefahr der Ausgrenzung oder Entrechtung bestimmter Gruppen sprechen? Auf welche Weise kann man als Patriot aktiv zur Stärkung und zum Schutz von Gemeinschaften und ethnischen Gruppen beitragen?”, heißt es weiterhin. Die Veranstalter wollen Antworten zu Fragen wie diese finden und auch das Publikum einladen, sich dazu zu äußern. Die Veranstaltung wird audio-visuell aufgezeichnet und wird auf der Plattform des Veranstalters hochgeladen.