Die Vertreterversammlung des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) trat am Freitagnachmittag, dem 27. März, zu einer ordentlichen Tagung im Friedrich-Teutsch-Saal des Bischofspalais in Hermannstadt/Sibiu zusammen. Die Sitzung wurde vom DFDR-Vorsitzenden Dr. Paul-Jürgen Porr geleitet, an ihr nahmen Vertreter aller fünf Regionalforen, Geschäftsführer der DFDR-Stiftungen und ADJ-Vorsitzende Corina Stănese, der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganț sowie Unterstaatssekretär im Departement für interethnische Beziehungen (DRI) Thomas Șindilariu teil. Ebenda hatte zuvor der Vorstand des DFDR getagt. Die Vertreterversammlung wurde mit einer Minute stillen Gedenkens an Antonia Maria Gheorghiu, die ehemalige Vorsitzende des Regionalforums Buchenland, begonnen. Im Anschluss an die Sitzung wurde Christel Ungar-Țopescu die Goldene Ehrennadel des DFDR verliehen.
Der wichtigste Tagesordnungspunkt war der Haushaltsvoranschlag für das laufende Jahr. Dank zahlreicher politischer Gespräche des DFDR-Abgeordneten Ovidiu Ganț u.a. mit Premier Ilie Bolojan anlässlich dessen Besuch in der Bundesrepu-blik Deutschland sowie der Fürsprache von CDU/CSU-Politikern ist für die deutsche Minderheit im diesjährigen rumänischen Staatshaushalt dieselbe Summe vorgesehen, die sie 2025 erhalten hat (ca. 21 Millionen Lei), die ursprünglich mitgeteilte Kürzung konnte demnach verhindert werden. Sowohl Dr. Porr als auch MP Ganț appellierten jedoch an die Foren, umsichtig zu planen, keine unnötigen Ausgaben zu tätigen oder Reisen zu veranstalten, weil es durchaus möglich ist, dass wegen Nichteinhaltung des geplanten Haushaltsdefizits bei der Umschichtung im Sommer auch den Minderheitenorganisationen Mittel gekürzt werden. Nach eingehenden Erläuterungen von Geschäftsführer Benjamin Józsa befürwortete der Vorstand den Haushaltsvoranschlag, der in der Vertreterversammlung einstimmig angenommen wurde.
Berichte vorgestellt oder vorgelegt haben vor den Vertretern des Deutschen Forums der Vorsitzende, der Abgeordnete sowie die Kommissionsvorsitzenden und Repräsentanten im Rat der nationalen Minderheiten. Dr. Porr erwähnte als wichtigsten Punkt die Tagung der deutsch-rumänischen Regierungskommission im November l. J. in Bukarest und zählte sodann die zahlreichen Gespräche mit Vertretern deutscher Einrichtungen in Rumänien sowie Teilnahmen an Veranstaltungen auf. MP Ganț berichtete über seine Bemühungen, die Mittelkürzung zu vermeiden und teilte mit, dass auch seine drei eingereichten Haushalts-Zusatzanträge über 800.000 Lei für die Sanierung von Gebäuden von Kultusgemeinschaften (500.000 Lei für das Bischofspalais in Hermannstadt, 250.000 Lei für die Katharinenkirche in Temeswar/Timișoara sowie 58.000 Lei für die Synagoge der Temeswarer Innenstadt) angenommen worden sind. Er erläuterte die äußerst komplizierte Lage innerhalb der Regierungskoalition und die Schwierigkeiten der Fraktion der nationalen Minderheiten, sich als solche zu positionieren, weil jedes Problem politisch gelöst wird. Er berichtete über die Absicht des Schulleiters in Deva, für die deutschsprachige 9. Klasse nur eine halbe Klasse vorzusehen, wogegen die Eltern protestiert haben und was dank seinem Vorsprechen beim Unterrichtsminister verhindert werden konnte. Abwenden konnte er ferner die Absicht der TVR-Generaldirektorin, die Redaktion der deutschen Sendung abzuschaffen. Im Vorstand hatte MP Ganț seine Unzufriedenheit mit der ADZ-Chefredaktion geäußert und motiviert. Nach eingehender Debatte wurde beschlossen, diese zu einem Gespräch in die nächste Vorstandssitzung einzuladen.
Unterstaatssekretär Thomas Șindilariu berichtete über seine Teilnahme an der bayerisch-rumänischen Regierungskonferenz und teilte mit, dass dem DRI trotz schwieriger finanzieller Lage Mittel für Projekte zur Verfügung stehen, die Anträge müssen jedoch den vorgeschriebenen Kriterien entsprechen. Monika Hay fasste den in der Mappe aufliegenden Bericht der Schulkommission zusammen und ging auf die Anzahl der Schüler und Kindergartenkinder, die Übersetzung der Schulbücher, die Prüfung zum Deutschen Sprachdiplom sowie die Förderung von heuer 1001 deutschsprachigen Erziehern durch die Saxonia-Stiftung aus Mitteln des Deutschen Bundestages ein. Der Bericht von Dr. Christian Chioncel der Wirtschaftskommission lag in der Mappe vor. Christian Töpfer berichtete, dass sich die Kulturkommission des Rats der nationalen Minderheiten an dem diesen gewidmeten Tag (18. Dezember) getroffen hat.
Besprochen wurde in beiden Gremien die Situation im Regionalforum Buchenland, wo nach dem Tod von Antonia Gheorghiu niemand den Vorsitz übernommen hat. Zugegen waren in der Vertreterversammlung Repräsentanten der Ortsforen Suczawa/Suceava, Dorna-Watra/Vatra Dornei und Kimpolung/Câmpulung sowie Otto Exner, der Vorsitzende der Bukowina-Stiftung. Letzterer bot sich an und wurde diesbezüglich dann beauftragt, nach Ostern eine Sitzung mit den Vertretern der dem Regionalforum zugehörenden Ortsforen anzuberaumen, zu der auch der Landesvorsitzende und Geschäftsführer sowie Carmen Cobliș, die Geschäftsführerin des Regionalforums Altreich, die seit 2021 auch die Geschäftsführung dieses Regionalforums sichert, geladen werden sollen.





