Haushalt von Neustadt sorgt erneut für Kritik

Neustadt – Der Haushalt der Stadt Neustadt/Baia Mare für das Jahr 2026 wurde verabschiedet und präsentiert sich auf den ersten Blick als ambitioniertes Zukunftsprogramm. Rund 1,21 Milliarden Lei stehen zur Verfügung, davon sollen beeindruckende 65 Prozent in die Entwicklung der Stadt fließen. Doch wer die vergangenen Jahre verfolgt hat, blickt auf diese Zahlen mit wachsender Skepsis.

Denn das Muster ist nicht neu. Schon in den Jahren 2024 und 2025 wurden die Haushalte mit ähnlichen Versprechen verabschiedet – stets mit einem starken Fokus auf Investitionen und Entwicklung. Die Realität am Jahresende sah jedoch anders aus: Der Großteil der Mittel floss letztlich in den laufenden Betrieb der Verwaltung, während für Projekte und Infrastruktur deutlich weniger übrig blieb als angekündigt.

Auch diesmal präsentierte Bürgermeister Ioan Doru Dăncuț den neuen Haushalt als „einen der ambitioniertesten Investitionspläne in der Geschichte der Stadt“. Rund 800 Millionen Lei sollen in Projekte fließen, die Neustadt modernisieren und voranbringen. Im Stadtrat fand der Entwurf breite Zustimmung – 19 von 20 anwesenden Mitgliedern stimmten dafür.

Doch hinter der politischen Einigkeit verbirgt sich eine wachsende Distanz zwischen öffentlicher Darstellung und finanzieller Realität. Fachleute und aufmerksame Beobachter erinnern daran, dass die anfängliche Aufteilung zwischen Betrieb und Entwicklung in den vergangenen Jahren regelmäßig zugunsten der Verwaltungsausgaben verschoben wurde. Für viele Bürgerinnen und Bürger stellt sich die Frage, wie belastbar die aktuellen Versprechen tatsächlich sind. Während die einen auf sichtbare Verbesserungen hoffen, bleiben andere vorsichtig – geprägt von Erfahrungen, in denen ambitionierte Ankündigungen am Ende nicht eingehalten wurden.

Dabei ist die Herausforderung klar: Eine leistungsfähige Verwaltung sollte mit möglichst effizienten Mitteln arbeiten, um Spielraum für Investitionen zu schaffen. Genau hier liegt der Kern der Kritik. Solange ein Großteil des Budgets für laufende Kosten gebunden bleibt, geraten langfristige Entwicklungsprojekte schnell ins Hintertreffen.