Karlsburg – Kulturhistorisch aufgeweckte Einheimische und Gäste aufgepasst: einen ungefähren oder gar exakten Termin für das Wiederöffnen des Batthyaneums nach Generalrestaurierung kann und möchte die Bibliothek zwar nicht nennen, wo bislang allein die archäologischen und geo-technischen Vorstudien zum Abschluss gekommen sind, doch für die mittlere und spätestens ferne Zukunft zeichnet sich ab, dass auch allgemein Interessierte ohne Forschungsabsichten den 1719 errichteten Altbau von innen heraus näher genießen werden können. Auf Einladung durch den Kreisrat Alba haben Dienstag, am 21. April, die für das Renovieren verantwortlichen Architekten, politisch ungebundene Akademiker sowie Referentin Nicoleta Rahme und Direktor Bogdan Gheorghiu von der Rumänischen Nationalbibliothek Rumäniens eine von dem Nationalen Kulturerbe-Institut und dem Kulturministeriums-Büro für Projektverwaltung ausgerichtete Sitzung zur Beratung über die zu erwartenden Fortschritte am Batthyaneum abgehalten. Auch im Rathaus von Karlsburg/Alba Iulia weiß man vom selben Vorhaben Bescheid und spricht ihm selbstverständlich Unterstützung zu. Die tatsächliche Überholung des vormaligen Trinitarierklosters, das zu Ende des 18. Jahrhunderts vom römisch-katholischen Bischof Ignác Batthyány zur Bibliothek mit Observatorium in der höchsten Etage umfunktioniert wurde, steht noch aus. Darauf jedoch, dass über die gesamte Dauer der geplanten Baustelle hinweg die mobilen Schätze keinen Schaden nehmen werden und trotz Einschränkung auch das Erforschen der Manuskripte und Bände nicht ganz ruhen muss, hat man sich einigen können. Fest steht nicht an letzter Stelle natürlich „die Eingliederung der Bibliothek in einen touristischen Rundgang von Qualität“, was ihr Facebook-Account verspricht. Für das Nicht-Aussetzen der Forschungsmodalitäten während der Restaurierung hat sich Philologe Prof. Dr. Adrian Papahagi von der Babeș-Bolyai-Universität Klausenburg/Cluj ausgesprochen, vor 20 Jahren an der Sorbonne zum Doktor der Mediävistik promoviert und seither auch Stammgast im Feld der Experten, die regelmäßig in den Beständen des Batthyaneums nachschlagen. Der Vertrag zur Aufnahme eines 16 Millionen Euro schweren Kredits bei der Entwicklungs-Bank des Europarats war bereits Mitte November 2024 auf Betreiben von Ex-Kulturministerin Raluca Turcan unterzeichnet worden, um endlich die zwingende Restaurierung des Batthyaneums konkret ins Auge fassen zu können. Die gerichtliche Klage des römisch-katholischen Erzbistums Karlsburg auf Rückerstattung der wichtigen Bibliothek nach kommunistisch bedingter Zwangsenteignung und Aufnahme in die Rumänische Nationalbibliothek war wenige Jahre zuvor vom Obersten Gerichtshof abgewiesen worden. Zu rechnen ist trotzdem mit besseren Konditionen für Ausstellungs- und Museumszwecke, einem neuen Bereich zur Präsentation wertvollster Originale im Staatsschatzstatus sowie vor allem mit verbesserten Lesesälen und Aufbewahrungsbedingungen, worauf sich Technokraten wie zum Beispiel Dr. Adrian Papahagi schon jetzt freuen. Geht alles gut, dürfte das Batthyaneum tatsächlich wieder zu einem „Schmuckstück“ werden, das es vor langer Zeit schon einmal gewesen ist.





