Temeswar – Die Wiederherstellung der historischen Bahnverbindung zwischen Temeswar/Timișoara und Segedin/Szeged nimmt konkrete Formen an. Für die Ausschreibung zur Erstellung der Machbarkeitsstudie sind insgesamt drei Angebote eingegangen. Die Unterlagen werden derzeit vom Temescher Kreisrat geprüft.
Das Vorhaben ist Teil eines grenzüberschreitenden Projekts des Temescher Kreisrats und des Komitatsrats Csongrád-Csanád in Ungarn. Beide Behörden sind zunächst für die technischen Planungsunterlagen verantwortlich. Die eigentliche Planung und der spätere Bau der Bahnstrecke sollen anschließend von den Verkehrsministerien Rumäniens und Ungarns umgesetzt werden.
An der Ausschreibung beteiligen sich drei Konsortien: 3TI Progetti Italia – Ingegneria Integrata S.p.A. gemeinsam mit East Water Drillings und Utiber Közúti Beruházó Kft., Procontrans C²i Ferate zusammen mit Pro Ami’s Consulting SRL sowie Baicons Impex mit Longhersin.
Die Machbarkeitsstudie wird zu 80 Prozent aus EU-Mitteln im Rahmen des Programms INTERREG VI-A Rumänien–Ungarn 2021–2027 finanziert. Der Auftragswert für diese erste Projektphase beträgt rund 6,93 Millionen Lei ohne Mehrwertsteuer beziehungsweise knapp 1,7 Millionen Euro einschließlich Mehrwertsteuer.
Geplant ist die Schaffung einer modernen, direkten Eisenbahnverbindung zwischen Temeswar und Segedin, die den heutigen Anforderungen des grenzüberschreitenden Verkehrs entspricht und in das regionale Schienennetz integriert wird. Ziel ist es, die Verkehrsnetze beider EU-Mitgliedstaaten enger miteinander zu verbinden und die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Zusammenarbeit im Grenzraum zu stärken.
Zum Projekt gehört neben der Modernisierung bestehender und dem Bau neuer, elektrifizierter Gleisabschnitte auch die Erneuerung der Signal- und Sicherungstechnik, der Bahnübergänge sowie weiterer Eisenbahnanlagen. Falls die gewählte Trassenführung dies erfordert, wird zudem eine neue grenzüberschreitende Eisenbahnbrücke über die Marosch/Mureș zwischen den Hochwasserdämmen errichtet.
Mit der neuen Verbindung würde sich die Strecke zwischen Temeswar und Segedin um rund 60 Kilometer verkürzen. Derzeit führt der Bahnverkehr über Arad und den Grenzübergang Curtici nach Ungarn. Die neue Trasse soll sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr deutlich beschleunigen.
Historisch waren Temeswar und Segedin bereits seit dem 19. Jahrhundert direkt mitein-ander verbunden. Die Eisenbahnbrücke über die Marosch bei Tscha-nad/Cenad wurde am 15. November 1857 eröffnet und verband Temeswar über Segedin mit Budapest und Wien. Sie wurde jedoch 1940 gesprengt.




