Sathmar wird zur Bühne der sprachlichen Exzellenz

Landesrunde der Rumänischolympiade für Schüler aus dem Minderheitenunterricht

Die Gemeinsam-Tanzgruppe des Ettinger-Lyzeums präsentierte schwäbische Volkstänze bei der Eröffnung im Haus der Gewerkschaften. Fotos: Gabriela Rist

Rund 300 Teilnehmer, Lehrer und Organisatoren bei der Eröffnung der Rumänisch-Olympiade in Sathmar

Sathmar – Sathmar/Satu Mare ist in diesen Tagen Gastgeber eines bedeutenden Bildungsereignisses: des Landesfinales der Rumänisch-Olympiade für Schüler aus dem Minderheitenunterricht und der Diaspora. Am Mittwochnachmittag wurde die Landesrunde des Wettbewerbs für Rumänische Sprache und Literatur in einem feierlichen Rahmen eröffnet.

Rund 300 Teilnehmer – Schüler, begleitende Lehrkräfte und Organisatoren – wurden bei der Eröffnungsfeier von Vertretern lokaler und nationaler Behörden begrüßt. Zu den Rednern zählten die Generalschulinspektorin Ruxandra Chivulescu, Unterpräfekt Valer Be{eni, Bürgermeister Gábor Kereskényi sowie Staatssekretär Zoltán Kallós, der für Minderheitenbildung zuständig ist.

Der Wettbewerb richtet sich an Schüler, die in Minderheitensprachen unterrichtet werden oder im Ausland leben. Für sie stellt das Erlernen der rumänischen Sprache sowohl eine besondere Herausforderung als auch eine wertvolle Chance dar.

Ein abwechslungsreiches kulturelles Programm verlieh der Eröffnung zusätzlichen Glanz: Der Chor „Fülemüle“ des Kölcsey-Ferenc-Gymnasiums, die Tanzgruppe „Gemeinsam“ des Deutschen Gymnasiums Johann Ettinger sowie ein gemeinsamer ukrainischsprachiger Chor der Grundschulen aus Halmeu und Micula begeisterten das Publikum.

In ihrer Ansprache hob Ruxandra Chivulescu die verbindende Kraft der Sprache hervor. „Wir eröffnen ein Fest des Geistes und der Identität, ein Fest unserer wertvollsten Schätze – der Sprache. Dieser Wettbewerb ist ein Ort der Exzellenz, an dem Vielfalt zur Stärke wird und Unterschiede Brücken schlagen“, betonte sie.

Bürgermeister Gábor Kereskényi unterstrich die Bedeutung der Veranstaltung für die Stadt: „Für Sathmar ist es eine Ehre, Gastgeber zu sein. Wir bauen hier Brücken, keine Mauern – zwischen Menschen, Kulturen und Sprachen. Es geht nicht nur um Wissen, sondern auch um die Stärkung der Beziehungen zwischen den Gemeinschaften.“ Zugleich würdigte er den Mut der Teilnehmer, die sich in einem für sie fremdsprachigen Umfeld dieser Herausforderung stellen.

Staatssekretär Zoltán Kallós hob den Werdegang der Schüler hervor und verwies auf die Fortschritte, die durch spezielle Lehrpläne im Minderheitenunterricht erzielt wurden. „Wenn jemand ein Niveau erreicht, auf dem er seine Gefühle in einer Sprache ausdrücken kann, eröffnen sich ihm neue Welten“, erklärte er und ermutigte die Jugendlichen, ihren Weg fortzusetzen.

Der Wettbewerb findet vom 14. bis 18. April unter dem Motto „Chronik der Exzellenz. Die Station des Geistes zwischen Tradition und Moderne“ statt. In diesem Jahr nehmen 280 Schüler aus 19 Kreisen teil, begleitet von 33 Lehrern und unterstützt von einem 46-köpfigen Organisationskomitee.

Das Programm umfasst sowohl schriftliche als auch mündliche Prüfungen: Am Donnerstag stellten sich die Teilnehmer im Kölcsey-Ferenc-Gymnasium der schriftlichen Runde mit dem Thema „Metaphern im Schreiben“, während am heutigen Freitag die mündliche Prüfung im römisch-katholischen Theologischen Lyzeum „Hám János“ abgehalten wird.

Neben dem Wettbewerb stehen auch kulturelle Aktivitäten auf dem Programm. Bei einer städtischen Schatzsuche können die Teilnehmer die Sehenswürdigkeiten Sathmars entdecken, und am Freitagabend lädt eine Veranstaltung am Feuerwehrturm zum entspannten Ausklang ein.

Die feierliche Preisverleihung findet am Samstag im Kulturhaus der Gewerkschaften statt. Für die Organisatoren ist der Wettbewerb weit mehr als ein Leistungsvergleich: Er soll ein Ort der Begegnung sein, an dem Wissen, Respekt und Freundschaft mit der Liebe zur rumänischen Sprache und Literatur zusammenfinden.