Hermannstadt – Die Erleichterung war den Schülerinnen und Schülern der 11. Klassen am Liceul Teoretic Onisifor Ghibu in Hermannstadt/Sibiu anzusehen: denn am Donnerstag, den 21. Mai, konnten sie es endlich in Empfang nehmen, ihr „Deutsches Sprachdiplom“, für das sie intensiv gearbeitet hatten und mit dem sie sich in die lange Traditionslinie ihrer Schule einreihen. Diese hat bis heute über 1000 DSD-Diplome verliehen.
Das „DSD II“, ist die höchste Stufe des Programms der Bundesrepublik Deutschland für Deutsch als Fremdsprache im Ausland. Die Prüfung besteht, wie alle Prüfungen des europäischen Referenzrahmens, aus schriftlichen und mündlichen Prüfungen: Dazu gehören Leseverstehen, Hörverstehen, das schriftliche Verfassen von Texten und das Sprechen. Das Diplom deckt das Sprachniveau B2/C1 des sechsstufigen europäischen Referenzrahmens für Sprachen ab und ermöglicht somit den Zugang zu einer Universität im deutschsprachigen Raum. Diese Möglichkeit, in die Welt hinaus zu ziehen, galt es bei der Diplomübergabe gebührend zu feiern. Nicht zuletzt sei das Diplom somit auch eine Öffnung und eine Brücke nach Europa, wie Schulleiterin Maria Batâr eingangs betonte.
Zur Diplomübergabe waren außerdem Sven Kunert, Vizekonsul des Deutschen Konsulats in Hermannstadt/Sibiu, Vertrete-rinnen und Vertreter der rumänischen Schulbehörde, darunter Generalinspektor Emilian Marius Novac sowie Annette Richter-Judt von der Zentralstelle für Auslandsschulwesen anwesend. Sven Kuhnert beglückwünschte die Schüle-rinnen und Schüler zu ihrem Erfolg: Die Prüfung sei kein Spaziergang, sondern erfordere viel Leistung und Motivation. Zugleich könne das DSD-Diplom für die Zukunft der Schülerinnen und Schüler auch zur Voraussetzung für das werden, was sie sich als berufliche Option wünschten. Bei vielen Firmen in Rumänien seien Absolventen mit DSD-Diplom sehr gefragt.
Annette Richter-Judt, Vertreterin des ZfA, lobte das Durchhaltevermögen der Absolventinnen und Absolventen und ging auf die Möglichkeiten ein, die das Diplom biete: „Es wird euch ein Leben lang unterstützen – in allem, was ihr tut.“ Ob für ein Studium, eine Erasmus-Förderung, eine berufliche Tätigkeit oder einen längeren Aufenthalt im deutschsprachigen Ausland – das Diplom öffne Türen und Perspektiven, so Richter-Judt. Unter den Besten sind in diesem Jahr Iris Vasiu, Gabriela Ucean, Matthias-Felizian Palkowski und Diana Elena Popa. Insgesamt konnten 58 Diplome vergeben werden.
Erstmalig fanden die Prüfungen zum DSD am „Ghibu“ im Jahr 2001 statt. Den Grundstein hierzu legte vor 25 Jahren die Deutschlehrerin Ursula Marginean. Sie begleitete die Prüfungen über Jahrzehnte. Ihre Tochter Rebekka Costan, die heute selbst Deutschlehrerin am „Ghibu“ ist, erinnert sich, dass früher auch Prüflinge aus anderen Hermannstädter Schulen im Sportsaal des „Ghibu“ ihre Prüfungsarbeit schrieben. Während sich früher noch eine Klasse auf das DSD vorbereitete, seien es heute zwei, erzählt sie. Der Trend zum Deutschlernen scheint vorerst nicht abzureißen. So bleibt zu wünschen, dass auch künftig viele Schülerinnen und Schüler diese Möglichkeit ergreifen und am Schluss glücklich ihr Deutsch-Diplom in den Händen halten können.





