Temeswar – Der Vorsitzende des Kreisrats Temesch, Alfred Simonis (PSD), hat am Montag erklärt, es habe Druck auf ihn und die Institution gegeben, das Gebäude in der Văcărescu-Straße zu kaufen, in dem derzeit die Psychiatrische Klinik des Temeswarer Kreiskrankenhauses untergebracht ist. Simonis sprach von finanziellen Interessen, Clans und politisch motivierten Medienkampagnen. Zugleich betonte er, der Kreisrat werde am geplanten Umzug der Klinik in einen Gebäudekomplex in Neumoschnitza/Moșnița Nouă festhalten.
Nach Angaben von Simonis befindet sich das Projekt für die neue Psychiatrische Klinik in der Endphase vor der Ausschreibung. Ziel sei es, den Patienten eine Behandlung in modernen Räumen nach europäischen Standards zu ermöglichen. In Teilen der Presse seien jedoch zahlreiche Unwahrheiten verbreitet worden, sagte der Kreisratsvorsitzende. Dort sei behauptet worden, der Kreisrat hätte das bisherige Klinikgebäude in der Văcărescu-Straße erwerben sollen. Simonis zeigte Bilder aus dem aktuellen Gebäude und sprach von unhygienischen Räumen, Schimmel, Feuchtigkeit, abgeblätterten Wänden und beschädigtem Verputz. Es handle sich um ein Gebäude, das zudem als erdbebengefährdet eingestuft sei. Gerade dieses Gebäude habe der Kreisrat nicht kaufen wollen, erklärte Simonis.
Nach seiner Darstellung hätten danach Druck und Angriffe begonnen. Es sei empfohlen worden, ein Gebäude zu erwerben, das einem Temeswarer Clan gehöre. Die Beteiligten gäben vor, sich um die Patienten zu sorgen, tatsächlich gehe es ihnen aber um eigene finanzielle Interessen, sagte Simonis. Der Kreisrat habe sich stattdessen für den Ankauf eines schlossartig gestalteten ehemaligen Hotel-, Restaurant- und Brauereikomplexes in Neumoschnitza entschieden, um die Psychiatrische Klinik dorthin zu verlegen. Dort sollten Patienten in sauberen und modernen Räumen behandelt werden, vor allem aber mit Respekt, erklärte Simonis.
Der Kreisratsvorsitzende warf politischen Gegnern, Geschäftsleuten und Inte-ressengruppen vor, Medienkampagnen gegen den Kreisrat zu finanzieren. Er nannte dabei unter anderem die „Müllmafia“ sowie Unternehmer, deren Immobilien im Zentrum Temeswars enteignet worden seien. Unabhängig von weiteren Angriffen werde der Kreisrat das Projekt weiterführen, sagte Simonis. Finanzielle Interessen einzelner dürften der Entwicklung des Kreises Temesch nicht im Weg stehen.




