Tausende Bücher, Geschäftsgespräche und neue Begegnungen

In Romexpo findet aktuell die Messe „Bookfest“ (Buchfest) statt

Imke Buhre, mit Mikrofon in der Hand, steht neben der deutschen Botschafterin Angela Ganninger. Foto: Valentin Brendler

Bukarest – Momentan liegen in der Romexpo in Bukarest tausende Bücher aus. Denn es findet wieder die Buchmesse „Bookfest“ (Buchfest) statt. Bei dieser können Interessierte die hunderten Bücher anschauen und mit den einzelnen Verlagen vor Ort reden. Geht man in die Halle B2, schaut nach links, sieht man relativ schnell auch den Stand „German Stories“. „Deutsche Geschichten“, auf der rumänischen Buchmesse? Was hat es nur damit auf sich?

Geht man hin, wird man womöglich von Imke Buhre begrüßt, die natürlich auch Deutsch spricht. Sie ist nämlich Senior Managerin für internationale Projekte bei der Frankfurter Buchmesse. „Ich repräsentiere die Frankfurter Buchmesse, die im Auftrag des Auswärtigen Amtes, aber auch des Bundeswirtschaftsministeriums, deutsche Nationalstände auf internationalen Buchmessen organisiert“, erklärt sie weiter im ADZ-Gespräch.

Sie ist also verantwortlich für den kleinen Stand, im Herzen der Halle. Bei diesem liegen Bücher von einigen deutschen Verlagen (Bücher für Kinder, mit Rumänienbezug, Broschüren des Goethe-Instituts oder auch Bildbände) aus und in der Mitte stehen zwei Tische und ein kleines Podium. „Die Verlage schicken ihre Bücher ein, sind zum Teil mit Repräsentanten vor Ort und führen hier ihre Gespräche“, berichtet Buhre. Für die Gespräche gibt es auch die Tische. „Wir sorgen dafür, dass das Ganze reibungslos über die Bühne geht. Das heißt, wir reichen Kaffee an oder Wasser oder was auch immer“, so die Organisatorin weiter.

Doch welche Gespräche meint sie damit eigentlich genau? Bei der Buchmesse treffen Agenten, Verleger und Autoren aufeinander und verhandeln über Übersetzungen, Veröffentlichungen und neue Verträge. Dies passiert unter anderem am Stand „German Stories“ im laufenden Messebetrieb bei den vielen Netzwerk-Events. 

Außerdem gibt es Gespräche und Lesungen auf dem Podium. Bei der Eröffnung, am vergangenem Mittwoch, redeten dabei unter anderem die rumänische Verlegerin Eli B²dic² mit der bulgarischen Agentin Gergana Pancheva, moderiert von Niki Théron, ebenfalls von der Frankfurter Buchmesse. Bădică sagte dabei unter anderem, wie viel der rumänische Buchmarkt zu bieten habe und darüber hinaus redeten die Beteiligten auch viel über den Markt. Das macht auch Sinn, die Zuschauer waren zumeist selbst in der Branche.

Dazu gehört auch Catharina J. Nicely. Sie ist die Verlegerin und Leiterin des Verlags „PalmArtPress“. Bei diesem bringt sie unter anderem Bücher von Jan Cornelius und Carmen-Francesca Banciu heraus. Um diese auch vor Ort zu unterstützen, ist sie nach Bukarest gekommen. „Es war mir sehr wichtig, nach Bukarest zu kommen. Als ich gesehen habe, dass Deutschland oder die ‘German Stories’ hier einen Stand haben“, so die Verlegerin. 

Sie hat insbesondere ein Herz für rumänische Autoren und Autorinnen, die sie in deutscher Sprache ja auch öfters verlegt. „Es ist  die Leidenschaft von den Rumänen. Diese haben diese literarische Passion, die Seele, den Geist... Das kann man nicht so richtig in einen Satz packen, warum! Das ist auch die Entdeckung für mich.“ Sie freue sich, in der Stadt zu sein, bei der Messe und möchte auch bald wieder nach Rumänien/Bukarest reisen. 

Diese Woche ist sie aber noch auf der Buchmesse anzutreffen, die noch bis Sonntag läuft und für Inte-ressierte kostenfrei ist. Ab dem heutigen Freitag ist unter anderem auch der literarische Friseur Danny Beuerbach vor Ort, der Haarschnitte erteilt, wenn man ihm dafür aus einem Buch vorliest. 

All dies organisiert die Frankfurter Buchmesse, um Kontakte in der Branche zu stärken und die Sichtbarkeit für deutsche Literatur zu stärken. „Das machen wir, weil Rumänien das Gastland der Frankfurter Buchmesse im Jahr 2028 sein wird. Und von daher gilt es jetzt, wieder in Kontakt zu kommen und die Wege zu bereiten“, so Buhre. Auch die deutsche Botschafterin, Angela Ganninger freut sich darüber: „Ich bin sehr begeistert, dass wir dieses Mal wieder mit dem deutschen Pavilion vor Ort sind“, sagte sie bei der Eröffnung, bei der auch unter anderem der Leiter des Goethe-Instituts, Markus Huber, und der Autor Jan Cornelius vor Ort war.