Temescher Liberale wollen 2028 allein antreten

Neuer Kurs löst Streit mit Bürgermeister von Busiasch aus

Temeswar – Der Temescher PNL-Kreisverband will sich auf die Wahlen 2028 ohne Bündnispartner vorbereiten. Die Liberalen wollen sowohl bei der Wahl des Kreisrats Temesch als auch bei der Bürgermeisterwahl in Temeswar eigenständig antreten, sagte der PNL-Politiker Alin Popoviciu. Ziel sei es, weder mit der PSD noch mit der USR in den Wahlkampf zu ziehen. Nach Popovicius Angaben wartet der Kreisverband auf interne Parteiwahlen, die voraussichtlich 2027 stattfinden sollen. Bis dahin wolle sich die Organisation personell und politisch neu aufstellen. Dazu gehöre auch die Rückkehr früherer Mitglieder aus dem Umfeld der Forța-Dreptei-Partei. Konkrete Kandidaten nannte Popoviciu nicht. Ob er selbst für den Vorsitz des Temescher Kreisrats kandidieren könnte, ließ er offen. Er verwies darauf, dass frühere Ambitionen in diese Richtung 2016 zu seinem Ausschluss aus der Partei geführt hätten.

Mit Blick auf den früheren Temeswarer Bürgermeister Nicolae Robu sagte Popoviciu, dieser sei wei-terhin PNL-Mitglied, werde nach seiner Einschätzung aber nicht erneut auf den Listen der Liberalen kandidieren. Auch zu mehreren liberalen Bürgermeistern aus dem Kreis Temesch äußerte er sich. Dănuț Groza, Bürgermeister von Großsanktnikolaus/Sânnicolau Mare, sei nicht mehr Mitglied der PNL und werde voraussichtlich seine Unterstützung für die PSD erklären. Sorin Munteanu, Bürgermeister von Busiasch/Buziaș, sei zwar formal noch Parteimitglied, habe aus Popovicius Sicht aber praktisch keine Verbindung mehr zur PNL.

Diese Aussagen lösten eine scharfe Reaktion Munteanus aus. Der Bürgermeister der Kleinstadt warf Popoviciu vor, den Temescher PNL-Kreisverband wie ein persönliches Unternehmen zu behandeln. Solange die Organisation von Personen wie Popoviciu geführt werde, sei sie zum Scheitern verurteilt, sagte Munteanu. Er betonte, er sei weiterhin Vorsitzender des örtlichen PNL-Vereins und könne nur nach den Parteistatuten abgesetzt oder ausgeschlossen werden. Munteanu kritisierte auch die derzeitige Führung des Kreisverbands und stellte die Legitimation Popovicius infrage. Dieser sei nicht von der Partei gewählt worden, sondern durch politische Absprachen in eine führende Position gelangt, sagte der Bürgermeister. Er selbst hingegen sei sowohl zum Bürgermeister als auch zum Vorsitzenden der Busiascher Liberalen gewählt worden. Zugleich erklärte Munteanu, er wolle sich nicht stärker in den Kreisverband einbringen, solange Popoviciu dort eine führende Rolle spiele.

Neben der Vorbereitung auf 2028 spielt für die Temescher PNL auch eine mögliche Zusammenarbeit mit der USR in Temeswar eine Rolle. Popoviciu erklärte, eine Allianz dürfe sich nicht auf Sitze in Verwaltungsräten beschränken, sondern müsse auch administrativ sichtbar werden. Da die beiden USR-Vizebürgermeister Ruben Lațcău und Paula Romocean derzeit nicht abgelöst werden könnten, sehe die PNL den Posten des City-Managers als entscheidendes Signal.

Nach Popovicius Ansicht sollte Temeswar einen City-Manager erhalten, der sowohl von der PNL als auch von der USR akzeptiert werde. Der derzeitige Amtsinhaber Matei Creiveanu komme aus Bukarest und habe „keine Verbindung zu Temeswar“, sagte Popoviciu. Ein Wechsel auf dieser Position wäre aus Sicht der Liberalen ein Zeichen dafür, dass die USR tatsächlich eine politische und administrative Zusammenarbeit mit der PNL wolle. Einen möglichen Personalvorschlag nannte Popoviciu nicht.