Uszoda-Projekt scheitert im Stadtrat

Partnerschaft mit Kulturverein „Plai“ verfehlte knapp die nötige Mehrheit

Temeswar – Die geplante Zusammenarbeit zwischen der Stadt Temeswar und dem Kulturverein „Plai“ zur Umgestaltung eines Teils der ehemaligen Sportanlage Uszoda ist im Stadtrat gescheitert. Das Projekt erhielt in der Sitzung am Dienstag nur 13 Ja-Stimmen und verfehlte damit um eine Stimme die erforderliche Mehrheit. Dafür stimmten die Vertreter der Allianz „Timișoara Unită“ aus USR, PMP und Forța Dreptei; PSD, PNL und AUR stimmten dagegen oder enthielten sich. Die Stadtverwaltung hatte das Vorhaben kurzfristig auf die zusätzliche Tagesordnung gesetzt. Vorgesehen war ein Partnerschaftsprotokoll mit dem Verein „Centrul Cultural Plai“, der auf einem Teil des Areals einen Kultur-, Bildungs- und Sportcampus entwickeln wollte. Der Verein hätte dafür rund 295.000 Euro aus eigenen oder eingeworbenen Mitteln investieren sollen, verteilt über fünf Jahre.

Nach dem Entwurf hätte die Stadt dem Verein eine Fläche von rund 4500 Quadratmetern sowie ein Gebäude von mehr als 1900 Quadratmetern zur Nutzung überlassen. Dort sollten Bildungsprogramme, Workshops für verschiedene Altersgruppen, Breitensportangebote, frei zugängliche Kulturveranstaltungen sowie Räume für Begegnung und Zusammenarbeit entstehen.

Die Umgestaltung des Geländes war in drei Etappen geplant. Zunächst sollten ein Bildungszentrum, ein Begegnungspunkt, ein Freiluftamphitheater und Stadtmobiliar eingerichtet werden; die Öffnung für das Publikum war für den Herbst 2026 vorgesehen. In einer zweiten Phase waren dauerhafte Einrichtungen geplant, darunter moderne Sanitäranlagen, Bewegungsrouten und sportliche Ausstattung. Die letzte Etappe sollte den langfristigen Betrieb des Campus als offenen Gemeinschaftsort sichern.

Gegen das Projekt gab es im Stadtrat jedoch Einwände. PSD-Rat Răzvan Barta stellte unter anderem die Finanzierung, die Garantien des Vereins und die Auswahl gerade dieses Partners infrage. AUR-Rat Ilie Sîrbu verwies darauf, dass Uszoda im städtischen Inventar als Sportanlage geführt werde. Eine Zweckänderung sei nach dem Sportgesetz nur unter bestimmten Bedingungen möglich, etwa wenn an anderer Stelle eine neue Sportanlage geschaffen werde.

Vizebürgermeister Ruben Lațcău wies die Kritik zurück. Eine Wiederherstellung des alten Schwimmbadbetriebs nach heutigen Standards würde aus seiner Sicht erhebliche Eingriffe in den umliegenden Park erfordern. Für einen modernen Betrieb wären zusätzliche technische Anlagen und Genehmigungen notwendig, was große Teile der Grünfläche beeinträchtigen würde. Die Anlage solle weiterhin eine Sportfunktion behalten, aber in einem Rahmen, der zu den historischen Gebäuden und den tatsächlichen Dimensionen des Ortes passe, sagte Lațcău. Der Vizebürgermeister verwies zudem auf die bisherige Arbeit des Vereins „Plai“, der in den vergangenen Jahren mehrere Kultur- und Gemeinschaftsprojekte in Temeswar organisiert habe. Die Argumente überzeugten die Oppositionsparteien jedoch nicht.

Die frühere Sportanlage Uszoda zählt seit Jahren zu den ungeklärten städtischen Projekten. In diesem Jahr sind es 100 Jahre seit dem Bau der früheren Volksbäder, aus denen später der unter dem Namen Uszoda bekannte Komplex hervorging.

Die Umgestaltung des Areals gehörte bereits im Wahlkampf 2020 zu den Versprechen von Bürgermeister Dominic Fritz. Erste Pläne wurden 2021 angekündigt, konkrete Eingriffe beschränkten sich jedoch zunächst auf Aufräumarbeiten im Jahr 2022 und die Erneuerung des Basketballplatzes 2023. Danach verwies die Stadt unter anderem auf Sparmaßnahmen. Im Frühjahr hatte auch der Vorsitzende des Kreisrats Temesch, Alfred Simonis (PSD), die Uszoda-Anlage zu jenen vier Objekten gezählt, die der Kreisrat von der Stadt übernehmen wollte, um sie zu sanieren. Nach dem gescheiterten Stadtratsbeschluss bleibt offen, wie es mit dem Areal weitergeht.