Neustadt – Die Stadtverwaltung von Neustadt/Baia Mare sieht sich derzeit mit einer außergewöhnlichen Situation konfrontiert, die den reibungslosen Ablauf von städtebaulichen Projekten in der Stadt erheblich beeinträchtigt. Seit Anfang des Monats ist die Abteilung für Stadtplanung ohne Chefarchitekten, was dazu führt, dass keine wichtigen städtebaulichen Dokumente mehr ausgestellt werden können – ein schwerwiegendes Problem für Bauherren und Investoren.
Izabella Mihaela Morth, die seit 2014 als Chefarchitektin der Stadt tätig war, wurde nach der Anordnung der Antikorruptionsbehörde (DNA) Klausenburg/Cluj von ihrem Amt suspendiert. Gegen sie wurde eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet, was die Stadtverwaltung in eine schwierige Lage brachte. Ohne die notwendige Fachkraft können keine Urbanismusbescheinigungen mehr ausgestellt werden – ein Dokument, das für jedes Bauvorhaben zwingend erforderlich ist, um den Genehmigungsprozess zu starten.
Laut Gesetz hat der Chefarchitekt einer Stadt eine wesentliche Rolle: Er oder sie koordiniert nicht nur den städtebaulichen Entwicklungsprozess, sondern auch die Baugenehmigungen und die Raumordnung. Die Aufgaben sind vielfältig, und der Chefarchitekt hat eine Schlüsselrolle dabei, die städtische Entwicklung in funktionale und ästhetische Bahnen zu lenken. Derzeit kann jedoch keine dieser Aufgaben effizient erledigt werden, was zu einer Blockade in der Verwaltung führt.
Die Stadtverwaltung versuchte, die Aufgaben vorübergehend an einen anderen Mitarbeiter der Stadtplanung zu delegieren. Doch dieser Versuch scheiterte, da er nicht die nötige Genehmigung der Nationalen Agentur für Öffentliche Angestellte (ANFP) erhielt. Die Anforderungen für die Position des Chefarchitekten sind streng – dazu gehören ein entsprechendes Hochschulstudium, Berufserfahrung und die Registrierung im „Register der Urbanisten Rumäniens“ (RUR).
Da die Stadtverwaltung die Lage als unhaltbar empfindet, wurde bereits eine Lösung in Erwägung gezogen, die Hilfe von „externen“ Fachkräften in Anspruch zu nehmen. Insbesondere strebt man einen temporären Transfer eines qualifizierten Mitarbeiters vom Kreisrat Maramuresch/Maramureș an. Dieser könnte die Anforderungen des Chefarchitekten erfüllen und die nötige Genehmigung von der ANFP erhalten, sodass die Stadtplanung wieder effizient arbeiten kann.
Die städtischen Verantwortlichen betonen, dass diese Probleme „punktuell und von kurzer Dauer“ sein sollen. Sie versichern, dass die Lösung in Sicht ist, und dass die Blockade bald überwunden werden wird. Doch in der Zwischenzeit sehen sich Bauherren und Investoren mit einer schwierigen Situation konfrontiert: Ohne Urbanismusbescheinigung keine Baugenehmigung, und ohne diese bleibt die Stadtentwicklung auf der Strecke.




