Werkspende für das Temeswarer Kunstmuseum

Arbeit des Künstlers Corneliu Vasilescu bereichert Sammlung

Die Ölmalerei von Corneliu Vasilescu wird im Rahmen des Projekts „MNArT Open View“ vorgestellt. Foto: Kunstmuseum Temeswar

Temeswar – Das Nationale Kunstmuseum in Temeswar/Timișoara (MNArT) hat seine Sammlung um ein bedeutendes Werk des rumänischen Künstlers Corneliu Vasilescu erweitert. Das Werk mit dem Titel „Compoziție“ wurde dem Museum von Sorina Ileana Țibacov, der Erbin des 2023 verstorbenen Malers, gespendet.

Mit der Schenkung gelangt das Werk eines der wichtigsten Vertreter des abstrakten Expressionismus in Rumänien in die Sammlung des Museums. Der 1934 in Bârlad geborene Künstler gehörte jener Generation an, die in den 1960er- und 1970er-Jahren trotz des ideologischen Drucks des kommunistischen Regimes versuchte, die rumänische Kunst mit den großen europäischen Strömungen der Nachkriegszeit wie Abstraktion und Konzeptkunst in Einklang zu bringen.

Ausgebildet am Kunstinstitut „Nicolae Grigorescu“ in Bukarest in der Klasse von Gheorghe Șaru, machte sich Vasilescu früh als außergewöhnlicher Zeichner und Kolorist einen Namen. Seine Werke zeichnen sich durch eine gestische, spannungsgeladene Bildsprache aus, in der Bewegung, Energie und Rhythmus eine zentrale Rolle spielen. Kunstkritiker beschrieben ihn als Künstler, der die Tradition der großen rumänischen Koloristen fortführte und dabei expressive Kraft mit intellektueller Strenge verband.

Obwohl oft als Einzelgänger wahrgenommen, blickte Corneliu Vasilescu auf eine international anerkannte Karriere zurück. Seine Werke wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt, unter anderem in Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien, Ägypten und Libanon. Im Laufe seines Schaffens erhielt er mehrere bedeutende Auszeichnungen, darunter den Malereipreis des rumänischen Künstlerverbands UAP (1977), den „Nicolae Tonitza“-Preis (1999), den UAP-Preis der Republik Moldau (2000) sowie den Kulturverdienstorden im Rang eines Offiziers (2004).

Das neu aufgenommene Werk wird im Rahmen des Projekts „MNArT Open View“ präsentiert. Die in der Mercy-Straße eingerichtete Schaufenster-Installation versteht sich als Schnittstelle zwischen Museum und Öffentlichkeit und macht Sammlungen, Forschungsarbeit und kuratorische Prozesse direkt im urbanen Raum sichtbar.

„In letzter Zeit haben mehrere Künstler und großzügige Sammler durch Schenkungen zur Bereicherung des Museumsbestands beigetragen. Solche Gesten stärken die Rolle des Museums in der Gemeinschaft und zeigen das Vertrauen in die Professionalität unserer Institution“, erklärte Museumsleiter Filip Petcu.