Bald gibt es den „Donald-Trump-Park“ in Bukarest. Das ist kein Witz. Der aktuelle US-Präsident, der sich offen an seinem Amt und am Vorsitz seines „Friedensrates“ (der er allein auf Lebenszeiten leitet und auf dessen Konto nur er Zugriff hat) bereichert, wird nun auch Namensträger eines Bukares-ter Parks. Und das in der rumänischen Hauptstadt, dem Zentrum der rumänischen Politik, der allgemein (und nach Einschätzung von unabhängigen Beobachtern) Korruption nicht fremd ist. Der Name passt also ganz gut!
Diese Entscheidung ist auf den Bürgermeister des Sektors 4 zurückzuführen, Daniel Băluță (PSD). Er hatte den Namen vorgeschlagen, um das 250-jährige Bestehen der USA zu feiern und „als Symbol der Freundschaft und gemeinsamer Werte“, wie „Buletin de Bucre{ti“ ihn zitiert. Welche Werte er wohl meinen könnte?
Nun, welche Werte vertritt Trump eigentlich? Einer ist sicherlich Autoritarismus, also das Untergraben der Demokratie und das alleinige Herrschen eines Mannes. Das meint B²lu]² bestimmt nicht! Er ist ja ein demokratisch gewählter Politiker! Vielleicht unterstützt er die amerikanische Außenpolitik? Vielleicht findet er, dass Grönland eigentlich zu den USA gehören sollte und dass der Iran „ausgelöscht“ werden solle, womit Trump gedroht hatte. Nein, nein, das auch nicht – als Lokalpolitiker ist das auch überhaupt nicht sein Spezialgebiet. Vielleicht schätzt er Trumps „Art of the Deal“ (die Kunst der Einigung/des Vertragsschlusses)? Denn Trump ist bekannt für seine „Deals“, unter anderem mit Katar, das ihm gleich ein persönliches Flugzeug geschenkt hat! Das ist in Trumps Augen natürlich keine Bestechung. Vielleicht meint B²lu]² diese Werte? Es bleibt unklar...
Unmut aus der Bevölkerung
Kurz nach der Bekanntgabe der Namensänderung äußerten einige Einwohner Bukarests ihren Unmut über den neuen Namen. Warum sollte man auch einen Park nach einem regierendem US-Präsidenten benennen, der nichts Nennenswertes mit Rumänien und Bukarest zu tun hat?
Daraufhin entschied Daniel B²lu]², dass die Bürger den Namen selbst wählen sollten! Bei einer Online-Wahl auf einer Internetplattform, eines der unsichersten Wahlmittel, die es gibt. Dann ist es also nicht mehr seine Entscheidung, sondern „die des Volkes“, wie er es auf Facebook nach der Wahl selber nannte.
Für die Erweiterung des „Tudor-Arghezi-Parks“ wurden in der Umfrage folgende Persönlichkeiten als Namenspatron vorgeschlagen: Maia Sandu, Donald Trump, Barack Obama, Jacques Chirac, Vaclav Havel, Emmanuel Macron, Joe Biden, Angela Merkel, Francois Mitterrand und Helmut Kohl. Wovon natürlich viele Namen eher unpassend für einen Park in Bukarest erscheinen.
Maia Sandu führte zuerst
Vergangene Woche, 24 Stunden nach dem Start der Umfrage, führte Maia Sandu mit 59 Prozent der Stimmen deutlich in der Wählergunst, so „Buletin de Bucure{ti“. In den letzten Tagen vor Schließung der Wahl erhielt der Name des US-Präsidenten jedoch immer mehr Stimmen. Insgesamt stimmten 116.000 Teilnehmer ab. Der Name „Donald-Trump-Park“, wie Băluță diesen ursprünglich nennen wollte, gewann. Ein Schelm, wer Böses denkt!
So einer könnte Paul Ene, Stadtrat der USR, sein. Er sagte laut Hotnews.ro etwas ironisch: „Obwohl bis Samstagabend etwa 30.000 Stimmen abgegeben worden waren, waren es am Sonntagmorgen bereits 70.000. Ich bin sicher, dass die Menschen am Samstagabend nicht friedlich feiern konnten, ohne dass der Parkstreifen Trumps Namen trug“. Möchte er also sagen, dass die Stimmen am Samstagabend nicht von echten Bu-karestern Einwohnern abgegeben wurden? Ene bleibt indirekt.
Dies ist natürlich reine Spekulation. Jedoch würde dieser theoretische Gedanke durchaus den Werten von Trump entsprechen: Schließlich wurde in seinem Namen das Kapitol in Washington im Endeffekt erfolglos gestürmt, um die Wahl von Joe Biden zu verhindern. Alle Täter hat Trump begnadigt. Wahlen sind wohl nicht so sein Ding. Vielleicht teilt Băluță diese Werte mit ihm? Wer weiß...
Wie es nun weitergeht
So oder so: der „Donald-Trump-Park“ wird zukünftig wohl im Süden von Bukarest existieren. Dabei gäbe es zahlreiche rumänische Persönlichkeiten, die nicht damit gedroht haben, ein ganzes Land auszulöschen, die viel geeigneter gewesen wären. Außerdem (als ganz abwegigen Vorschlag) könnte die Erweiterung des „Tudor-Arghezi-Parks“ auch einfach „Tudor-Arghezi-Park“ heißen. Würde das nicht Sinn ergeben?
Die Arbeiten jedenfalls haben bereits im vergangenen Herbst begonnen, so das Rathaus des 4. Bezirks. „Von der insgesamt 40.000 Quadratmeter großen Parkfläche, die hinzukommen wird, werden drei Viertel als Grünfläche mit über tausend Bäumen, Sträuchern, Blumen und bepflanzten Streifen gestaltet. Der Rest wird Spielplätze für die jüngeren Kinder des 4. Bezirks (über 6000 Quadratmeter), Fußgängerwege und die notwendige Infrastruktur für die Straßenbeleuchtung umfassen“, teilte das Rathaus des 4. Bezirks mit.
So hat die Geschichte immerhin eine gute Neuigkeit: Es gibt bald eine Parkerweiterung für die Menschen vor Ort. Für diese ist der Name womöglich nur zweitrangig.





