Endlich geschafft!

Wortmeldungen dreier Schülerinnen und Schüler zum Deutschen Sprachdiplom

Stolz halten die Schülerinnen und Schüler des Liceul Teoretic Onisifor Ghibu ihr Diplom in den Händen. | Foto: Aurelia Brecht

Für Matthias Palkowski hat es bei der Deutschlektüre irgendwann „Klick gemacht”.

Gabriela Ucean ist sicher, dass eine intensive Vorbereitung, insbesondere auf den Prüfungsteil „Mündliche Kommunikation“ das A und O ist.

Das DSD ist für Iris Vasiu mehr als nur ein Diplom. Es ermöglicht neue Wege, Kontakt zu Menschen und vielleicht auch eine interessante Karriere im Ausland. | Fotos: privat

Im Mai wurde an zahlreichen Schulen in Rumänien das Deutsche Sprachdiplom verliehen. So auch am Liceul Teoretic Onisifor Ghibu in Hermannstadt/Sibiu. Die Schule blickt auf eine lange Tradition mit dem „DSD” zurück und hat bereits hunderte, wenn nicht tausende erfolgreiche Diplomandinnen und Diplomanden hervorgebracht. Seit 25 Jahren erwerben hier Schülerinnen und Schüler ihr Deutschdiplom, das ihnen die Türen zu Universitäten im deutschsprachigen Raum öffnet. Wir haben drei von ihnen gebeten, über ihre Erfahrungen zu berichten. Wie war der Prüfungsweg für sie? Was hat sie dabei geprägt? Was erhoffen sie sich von ihrem Einsatz? Drei Stimmen, drei Eindrücke, drei Wege zum Deutschen Sprachdiplom.


Aller Anfang ist schwer: Mein Weg mit Deutsch...

Mein Weg mit Deutsch war nicht einfach und am Anfang hatte ich auch gar keine Lust zum Lernen oder Lesen. Deswegen habe ich zu Hause oft im Internet nach Zusammenfassungen von Büchern gesucht, die wir im Unterricht lesen sollten. Als die Lehrerin die Hausaufgabe in meinem Heft sehen wollte, hatte ich mein Heft an diesem Tag versehentlich vergessen. Doch eines Tages entschloss ich mich dann tatsächlich doch, das Buch zu lesen, das wir lesen sollten, und bemerkte schnell, wie interessant deutsche Bücher, beziehungsweise deutsche Literatur sein kann. Als wir dann mit den DSD-Vorbereitungen anfingen, wurde es noch einmal um einiges interessanter, aber natürlich auch schwerer.

Zum Glück haben wir eine tolle Deutschlehrerin, die uns auf alles vorbereitet hat, und uns den Mut gegeben hat, den wir brauchten, um die DSD-Prüfungen zu meistern. Ein großes Lob geht an unsere Lehrerin, denn ohne sie hätten wir es nicht geschafft!

Matthias Palkowski


Mit viel Ausdauer und Übung: Meine Vorbereitung auf das DSD-II-Diplom

Wenn wir im DSD-Prüfungssaal sitzen, geht es um vier Stunden: Vier Stunden, in denen wirklich alles zählt. Doch was man in diesen wenigen Stunden nicht sieht, ist die Vorbereitung, die Wochen und Monate der Arbeit, der Mühe.

Wir haben alle unser Bestes gegeben und hart gearbeitet, um das Diplom zu bekommen. Wir haben viel geschrieben, gesprochen, gelesen und immer und immer wieder Hörtexte gehört – geübt haben wir bis zum Geht-nicht-mehr! Ja, wir waren deswegen sogar mal in den Ferien in der Schule! Aber was sich für manche wie Folter anhört und sie stattdessen vermutlich lieber die Inquisition am Hals hätten, war für uns eine große Hilfe.

In diesen Stunden in der Schule haben wir mehrmals unsere „Mündliche Kommunikation“ vorgetragen, um die Aufregung los zu werden und uns am Tag des Vortrages nicht wie ein Lamm auf der  Schlachtbank zu fühlen. Die „MK“ ist ein wichtiger Teil der DSD-Prüfung, auf den man gut vorbereitet sein muss. Unsere tolle Lehrerin hat uns wirklich sehr dabei geholfen, die Aufregung loszuwerden.

Apropos Lehrerinnen: Ohne sie wäre all dies nicht möglich gewesen. Sie haben uns in der gesamten Zeit der Vorbereitung den Rücken gestärkt. Sie waren unsere persönlichen Coaches, und mit persönlichen Coaches meine ich nicht Liegestütze-Coaches, sondern Leitfaden-Coaches. Sie haben uns das beigebracht, was am wichtigsten ist: nämlich selbstständiges und kritisches Denken.

Und obwohl ich mir sicher bin, dass meine Mitschüler die Wörter „Leitfaden“ und „Redemittel“ jetzt nicht mehr hören können, will ich hier trotzdem schreiben, dass sich die Stunden der Vorbereitung, der Debatten und Argumentationen, der Hörtexte und Präsentationen, wirklich für uns gelohnt haben.

Am Tag der Diplom-Übergabe wussten wir, dass all das bleibt: Diesen Meilenstein konnten wir nehmen, dank der intensiven Vorbereitung vorab. Deswegen halten wir unser Diplom nun in den Händen. Wir haben es uns hart erarbeitet. Und vielleicht hatten wir auch ein wenig Glück.

Gabriela Ucean


Meine Zukunft mit dem Deutschen Sprachdiplom: Endlich geschafft!

Den Tag, an dem wir ENDLICH mit dem DSD II abschließen konnten, habe ich lange herbeigesehnt: Es war ein echt langer und anstrengender Weg, aber wir haben es geschafft!

Ich bewundere wirklich jeden einzelnen meiner Mitschülerinnen und Mitschüler, die von kleinauf eine so komplexe Sprache wie Deutsch gelernt haben, um später mehr Chancen und Freiheiten genießen zu können. Denn mit dem DSD II haben wir die Möglichkeit, im deutschsprachigen Raum zu studieren, zu arbeiten und uns eine Karriere aufzubauen.

Das Diplom ermöglicht es uns, über die Sprache neue Menschen kennen zu lernen und neue Freundschaften zu schließen. Und wer weiß – vielleicht führt es einige von uns sogar irgendwann einmal nach Deutschland, nach Österreich oder in die Schweiz. Viele neue Türen öffnen sich für uns und das ist nur der Anfang.

Allen, die sich nicht sicher sind, ob sie das Deutsche Sprachdiplom ablegen sollen, möchte ich sagen: Habt keine Angst, einen neuen Schritt zu wagen. Wenn etwas schief geht, gilt der Satz: Aus Fehlern lernt man. Und ich sag euch eins, wer die deutsche Grammatik überlebt hat, übersteht fast alles im Leben.

Zum Schluss möchte ich unseren Lehrerinnen danken. Vielen Dank für Ihre Geduld und Unterstützung, denn ohne Sie wäre das alles nicht möglich gewesen. Dankeschön!

Iris Vasiu 


Das Deutsche Sprachdiplom (DSD) ist das Programm der Bundesrepublik Deutschland für Deutsch als Fremdsprache im Ausland. Die Durchführung des Programms liegt bei der Kultusministerkonferenz, dem Auswärtigen Amt und dem Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten. Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) setzt diese Arbeit im Ausland praktisch um. Bestandteile der Prüfung sind „Leseverstehen”, „Hörverstehen”, „Schriftliche Kommunikation” und „Mündliche Kommunikation”. Das Diplom kann in drei Stufen abgelegt werden: Mit der ersten Stufe (DSD I) oder der ersten Stufe für berufliche Schulen (DSD I PRO) verfügen Schülerinnen und Schüler über Deutschkenntnisse auf der Stufe B1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen. Das DSD II attestiert das Niveau B1/C1 des Referenzrahmens und befähigt zu einem Studium an einer Hochschule in Deutschland, in Österreich und der Schweiz.