Wort zum Sonntag: Von Jesus und vom Teufel


„Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.“ 1.Joh. 3,8b.

Nehmen wir uns Zeit, diesen Vers  zu verinnerlichen und halten wir uns folgende Zeilen vor Augen: Der Sohn Gottes ist erschienen. Jesus ist in diese Welt gekommen. Wie schnell die Zeit vergeht! Es kommt einem vor, als wäre Weihnachten gestern gewesen. Es folgte das Epiphaniasfest.

Wir haben in den Gottesdiensten während dieser Zeit über die Erscheinung Jesu gesprochen und darüber nachgedacht – und jetzt sind wir schon in der Passionszeit. Jesus ist in Bethlehem geboren, aufgewachsen in Nazareth, und danach hat er sehr erfolgreich unterschiedlich gewirkt. Vieles ist aufgeschrieben worden, sicher nicht alles, aber bestimmt das Wesentliche seiner Botschaft.

Jesu Wort und Werk hat viele Menschen im Laufe der Zeit verwundert und auch verblüfft. Viele haben sich darüber geärgert. Es muss aber auch zugegeben werden, dass es in den letzten 2000 Jahren  auch viele Menschen gegeben hat, die fest an die Botschaft des Evangeliums geglaubt haben.

Eines ist sicher: Im Laufe der Geschichte ist die Botschaft des Evangeliums entweder auf Ablehnung oder Skepsis gestoßen, oder sie wurde auch im Glauben angenommen. Aber welches war das „Schicksal“ der Wunder, über die im Neuen Testament berichtet wird? Die Vernunft der Menschen, insbesondere derjenigen mit hoher Bildung, kann nicht begreifen, dass übernatürliche Ereignisse stattgefunden haben können. Wer kann glauben, dass ein Mensch, der an einer unheilbaren Krankheit gelitten hat, in wenigen Augenblicken geheilt wurde? Es wird auch von Menschen erzählt, die unter dem Einfluss böser, unreiner Geister gelitten haben. Aber was sind die unreinen, bösen Geister? Wie kann man sich solche Geister vorstellen? Was tat Jesus mit diesen Menschen? Mit diesen Besessenen. Er befreite sie.

„Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.“ Nach 2000 Jahren spricht man immer noch von Jesus.  Wieso lesen bzw. hören wir seine Worte, obwohl er nie ein Wort selbst niedergeschrieben hat? Soll das vielleicht ein Wunder sein? Dass wir heute über Jesus nachdenken, kann das nicht wenigstens als ein außergewöhnliches Ereignis gedeutet werden?

Jesus von Nazareth ist aber auch der Christus. Was bedeutet das? Jesus hat nicht nur das Wort Gottes gepredigt und für Wunder gesorgt. Jesus ist in diese Welt gekommen, um unsere Seele zu heilen und uns in das Reich Gottes zu führen. Jesus Christus ist auferstanden, er hat dem Tod die Macht genommen und er sitzt zur Rechten Gottes, des Vaters, und führt sein Werk durch den Heiligen Geist fort. In dieser Eigenschaft, als Christus, ist Jesus in diese Welt gekommen, damit er auch „die Werke des Teufels“ zerstöre.  

Was ist mit diesen Werken des Teufels gemeint? Wer spricht heute noch über den Teufel? Eigentlich reden die Menschen über ihn. Aber irgendwie ironisch, um sich lustig zu machen. Andere dagegen meinen es ernst mit ihm.  Wir leben ja nicht im Mittelalter. Diese Behauptung könnte an den französischen Autor Jacques Duquesne erinnern, der in seinem Buch „Le Diable / Der Teufel“, folgenden Gedanken formuliert hat: Der Teufel wird sein Ziel erreicht haben, wenn die Menschen glauben werden, dass es ihn nicht gibt.

Wie könnte man nun all das Gesagte unter einen Hut zusammenbringen? Kann man eine Verbindung herstellen zwischen dem Erscheinen Jesu in dieser Welt, seinem Wort, den Wundern, die er vollbracht hat, seiner Auferstehung, und … den Werken des Teufels?

Es gibt ein Gleichnis im Neuen Testament - „vom Sämann“. In diesem Gleichnis steht der Glaube im Mittelpunkt. Der Samen versinnbildlicht das Wort Gottes. Der Samen wird gesät. Das Evangelium wird verkündet. Die Menschen hören es. Das Gleichnis lehrt uns, dass einer der Gründe, weshalb das Wort Gottes keine Wurzeln im Herzen der Menschen schlägt, das Werk des Teufels ist. Wer kann das glauben?