Wort zum Sonntag: Wir sind gemacht, um zu forschen und Gott zu suchen


Was haben Aristoteles, Klaudios Ptolemaios, Nicolaus Copernicus, Galileo Galilei, Isaac Newton und Albert Einstein gemeinsam? Alle diese Männer waren auf der Suche nach Antworten über unser Menschsein, und zwar aus naturwissenschaftlicher Sicht, nicht aus philosophischer oder theologischer! 
Dabei sind viele Fragen geklärt worden, ja, man kann von wissenschaftlichem Fortschritt sprechen. Gleichzeitig glaube ich, dass Gott dadurch nicht kleiner gemacht wurde, auch wenn manche Menschen das behaupten. Denn jeder wissenschaftlich orientierte und informierte Mensch weiß, dass mit der Klärung jeder wissenschaftlichen Frage sofort neue ungeklärte Fragen auftauchen. Also wird Gott durch wissenschaftliche Forschung nicht kleiner, sondern größer! Immer größer! 

Aber man muss staunen können! Darum will ich ein paar Zahlen nennen, die uns staunen lassen sollen.

Nehmen wir die Länge eines Lichtjahres. Das ist die Strecke, die Licht in einem Jahr zurücklegt. Wie viel das genau ist, müssen wir errechnen, denn wir kennen nur die Entfernung pro Sekunde: 300.000 km. Wenn nun 1 Jahr 365 Tage hat, jeder Tag 24 Stunden, jede Stunde 60 Minuten und jede Minute 60 Sekunden, dann ergibt sich aus der Multiplikation aller dieser Zeiten, etwas mehr als 9 Billionen Kilometer für 1 Lichtjahr; das ist eine 9 mit 12 Nullen. 

Wie lange bräuchte man für diese Entfernung mit dem schnellsten Flugzeug? Ein Spaceshuttle, also der Träger für eine Mondrakete, fliegt mit einer Geschwindigkeit von ca. 30.000 km pro Stunde, legt also in einem Jahr die Entfernung von 26 Mio km zurück. Mit diesem Flieger bräuchte man für 9 Billionen Kilometer etwa 34.000 Jahre Flugzeit. 

Und was sollte man bei solchen Zahlen von der Idee halten, Sterne zu besuchen, die mehrere Millionen Lichtjahre entfernt sind? Manche Menschen fühlen sich verloren im All, angesichts ihrer Lebenszeit von 60 bis 80 Jahren! 

Andere Menschen sagen: Das ist doch utopisch, dass Gott ausgerechnet uns Menschen zugewandt sein soll, die wir auf diesem kleinen Planeten Erde in einer von Millionen anderer Galaxien leben! 

Man kann aber auch staunend sagen: Welch ein großer Gott muss das sein, der all dies erschaffen hat und in seinen Händen hält, ja, auch heute noch erhält! Welch ein Gott muss das sein, der noch vor Aristoteles den Propheten Jesaja sagen lässt: „Schaut umher: Wer hat dies alles geschaffen?“ 

Sicher, oft fühlen wir uns bei solcher Größe klein und bedeutungslos. Oft stimmen wir selbst in die Klage bei Jesaja 40,27 ein: „Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber.“ Oft resignieren wir, sehen uns vernachlässigt, gar verloren, dem Untergang in der Endlichkeit geweiht! Wir werden müde und matt, und – genauso wie es auch schon von den Jugendlichen gesagt wird – wir straucheln und fallen. 

Und doch gibt „Gott dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden.“ Und alle, „die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“ 

Sicher, nicht alle unter uns werden diese Erfahrung gemacht haben. Manche aber werden das Gefühl kennen, wie von wundersamer Hand aus einem tiefen Sumpf gezogen worden zu sein. Daran sollten wir uns erinnern, denn das lässt uns Kraft schöpfen und Hoffnung haben.

Gerade in Momenten tiefster Verzweiflung sollten wir auf Gott vertrauen! Denn der ALL–mächtige Gott, der uns in diesem riesigen Universum gemacht hat, wird uns niemals aufgeben; und wir können nicht tiefer fallen, als in Gottes Hand. 

Dieses gilt es, uns immer wieder zu vergegenwärtigen: Wir sind gemacht, um zu forschen, um ihn zu suchen und: zu staunen. Und dann aus diesem Staunen zum Vertrauen zu kommen und Glauben finden.