Gewerkschaften beklagen unzureichende Mindestlohnsteigerung

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Bukarest (ADZ) - Im Juli ist der monatliche Mindestlohn von 4050 Lei auf 4325 Lei brutto gestiegen – eine Erhöhung, die der Verbraucherpreisentwicklung deutlich hinterherhinkt. Mehrere Gewerkschaften haben am Mittwoch beklagt, dass die von der Regierung ohnehin um ein halbes Jahr verschobene Maßnahme die Kaufkraftverluste der vergangenen eineinhalb Jahre nicht kompensiert. 

Zuletzt lagen die Verbraucherpreise laut Statistikamt INS im Mai 2026 durchschnittlich 10,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor, die Mindestlohnsteigerung entspricht etwa 6,8 Prozent, wobei dieser zuletzt im Januar 2025 erhöht wurde. Netto liegt der Mindestlohn nun bei knapp 2700 Lei bzw. 515 Euro. Bei der Erhöhung 2025 war das Mindesteinkommen auf 2575 Lei netto gestiegen, zum damaligen Wechselkurs waren es noch 517 Euro. 

Die Gewerkschaften beklagen außerdem, dass die Entwicklung dem Leitfaden der EU-Richtlinie zu angemessenen Mindestlöhnen in der Europäischen Union nicht tatsächlich gerecht wird.

Beim Mindestlohn sollte es sich nicht um „ein Zugeständnis an Angestellte“ handeln, sondern um ein Mindestmaß für ein würdevolles Leben, so die Föderation Cartel Alfa. Wenn ein Mindestlohn nicht einmal Grundbedürfnisse abdecke, liege das Problem beim wirtschaftlichen Modell sowie politischen Entscheidungen. In Rumänien könne nicht von angemessenen Löhnen die Rede sein, wenn hunderttausende Vollzeitangestellte armutsgefährdet bleiben, so die Gewerkschaftsföderation.