Journalistin Brîndușa Armanca ist gestorben

Sie wurde Anfang August zur Ehrenbürgerin der Stadt Temeswar ernannt

Temeswar – Die Journalistin, Universitätsprofessorin und ehemalige Leiterin des Rumänischen Kulturinstituts in Budapest, Brîndușa Armanca, ist mit 72 Jahren gestorben. Sie war eine der markantesten Stimmen des regionalen und rumänischen Journalismus – eine Journalistin, die sich über Jahrzehnte für professionellen Journalismus und Meinungsfreiheit eingesetzt hat.

Vor knapp einem Monat wurde Brîndușa Armanca zur Ehrenbürgerin der Stadt Temeswar/Timișoara. Für mehrere Generationen von Fernsehzuschauern war ihr Name eng mit TVR Timișoara, dem regionalen Studio des rumänischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens, verbunden. Sie leitete zwischen den Jahren 1997 und 2003 das Studio und moderierte zahlreiche Sendungen und Sondersendungen.

Sie arbeitete in einer Zeit, in der sich die rumänische Presse nach den gesellschaftlichen Veränderungen ihren Weg und ihre Freiheit neu erkämpfen musste. Dabei führte sie ein Journalistenteam und widmete sich wichtigen Themen des öffentlichen Lebens. Bekannt war sie für ihre journalistische Genauigkeit, ihre unbequemen Fragen und ihr kontinuierliches Interesse an der Gesellschaft und an den Menschen hinter den Ereignissen.

Ihr Name steht in Verbindung mit renommierten Institutionen und Publikationen (Radio Europa Liberă, der Zeitschrift „22“, Contributors.ro, PressHub und HotNews), durch die sie sich stets für demokratische Werte und den öffentlichen Dialog eingesetzt hat. Als Vizepräsidentin der „Timișoara“-Gesellschaft und Mitglied der „Gruppe für sozialen Dialog“ war sie eine aktive Kraft im gesellschaftlichen Leben und setzte sich für demokratische Werte und den Geist der Proklamation von Temeswar ein.

Auch im akademischen Bereich war Armanca tätig. Sie war Mitbegründerin der Journalistikabteilung an der West-Universität Temeswar, Anfang der 90er Jahre. Als Universitätsprofessorin trug sie zur Ausbildung mehrerer Generationen von Journalisten bei und unterrichtete unter anderem journalistische Ethik und Medienrecht. Für viele junge Menschen, die in den Beruf einstiegen, war die Begegnung mit ihr zugleich eine Lektion über die Verantwortung des Journalisten, die Meinungsfreiheit und die Rolle der Presse in einer demokratischen Gesellschaft.

Brîndușa Armanca war außerdem Leiterin des Rumänischen Kulturinstituts in Budapest (2006–2012), wo sie Rumänien an der Schnittstelle von Kultur, Journalismus und Diplomatie vertrat.

Die Stadtverwaltung von Temeswar würdigte sie als eine der angesehensten Stimmen der lokalen Presse und Kultur. „Temeswar und Rumänien haben eine Referenzfigur für Professionalität und Zivilcourage verloren, und das in einer äußerst schwierigen Zeit. Ich bin Brîndușa Armanca dankbar für die Beharrlichkeit, mit der sie die Werte der Proklamation von Temeswar gefördert und für Meinungsfreiheit und Dialog gekämpft hat. Ich habe sie vor einigen Wochen getroffen, und sie hatte noch viele Pläne. Ihr plötzlicher Tod macht mich zutiefst traurig“, sagte Bürgermeister Dominic Fritz.