Großkarol – Tradition, Gemeinschaft und kulturelles Erbe standen am 7. Juni im Mittelpunkt des Festes in Großkarol/Carei. Mit traditioneller Blasmusik empfingen die Großkaroler am vergangenen Sonntag ihre Gäste beim diesjährigen Schwabenfest. Im Hof der Heilig-Geist-Kirche spielte die Blaskapelle aus Fienen/Foieni schwäbische Melodien und sorgte bereits zu Beginn für festliche Stimmung. Die heilige Messe wurde von Alexander Solomayer, Pfarrer der Heilig-Geist-Kirche, zelebriert.
Anschließend stellten sich die Kulturgruppen hinter der Blaskapelle auf, und der traditionelle Trachtenumzug begann. Angeführt wurde dieser von der Fahne der Sathmarer Schwaben. Zu den Trachtenpaaren gesellten sich zahlreiche Ehrengäste und Teilnehmer des Festes, darunter Kreisratsvorsitzender Csaba Pataki, Monika Giurgiu-Kovacs, Bürgermeisterin von Großkarol, István Vilmos, Bürgermeister von Wallei (Ungarn), sowie zahlreiche DFD-Bürgermeister aus dem Kreis Sathmar/Satu Mare.
Im schattigen Park des Károlyi-Schlosses angekommen, erwarteten die Teilnehmer die vom Organisationsteam des Ortsforums vorbereiteten Zelte mit Bänken und Tischen. Großen Zuspruch fanden auch die Stände, an denen die vor Ort frisch gebackenen Strudli – die kulinarische Spezialität der Sathmarer Schwaben – angeboten wurden und mit ihrem Duft viele Besucher anlockten.
Mit dem Heimatlied der Sathmarer Schwaben, vorgetragen vom Schwäbischen Männerchor Großkarol-Petrifeld-Sathmar, wurde das Kulturprogramm auf der Bühne im Schlosspark eröffnet. Josef Fanea, Pfarrer der Kalvarienkirche betete zu Beginn der Veranstaltung das Vater unser mit den Anwesenden. Camelia Pacz, Vorsitzende des Stadtforums Großkarol, begrüßte im Namen der Gastgeber die Besucher des Schwabenfestes. In ihrer Ansprache erinnerte sie an das 35-jährige Jubiläum des DFD Großkarol, das im vergangenen Jahr gefeiert wurde, sowie an die vor genau 100 Jahren gegründete Deutsch-Schwäbische Volksgemeinschaft, deren Nachfolger das Demokratische Forum der Deutschen sei.
„Ein Fest wie das heutige ist nicht nur ein Blick zurück, sondern auch ein Versprechen an die Zukunft. Wir tragen die Verantwortung, die Flamme weiterzugeben. Und so hoffe ich von ganzem Herzen, dass in genau 100 Jahren unsere Nachkommen ebenfalls hier zusammenkommen werden, um auf uns zurückzublicken und zu sagen: ,Sie haben das Erbe bewahrt‘“, sagte Camelia Pacz.
Josef Hölzli, Vorsitzender des Regionalforums Nordsiebenbürgen, hob die Stärken des Forums hervor und rief zum Zusammenhalt auf: „Wir verfügen heute im Sathmarland über Kindergärten und Schulen, Kulturzentren mit Tanzgruppen, Chören und Blaskapellen sowie über eine starke landesweite Organisation und Vertretung im Parlament. Das Forum fördert die Wirtschaft, kümmert sich um bedürftige Menschen und setzt sich für ein friedliches Zusammenleben aller Volksgruppen ein.“
Johann Leitner, Vorsitzender des Kreisforums Sathmar, richtete sich vor allem an die Eltern und ermutigte sie, ihre Kinder in deutsche Schulen zu schicken: „Wir leben in einer globalisierten Welt, in der die deutsche Sprache nicht nur kulturelles Erbe, sondern auch ein Schlüssel zur Zukunft ist. Sie eröffnet unseren Kindern große Chancen – vom Zugang zu Universitäten bis hin zu erfolgreichen Karrieren in internationalen Unternehmen“, betonte der Kreisvorsitzende.
Durch das Programm führten drei Schülerinnen der deutschen Schulabteilung in Großkarol in deutscher, rumänischer und ungarischer Sprache. Das Festprogramm umfasste Volkstänze, Lieder und Musikdarbietungen aller Generationen der Sathmarer Schwaben – von Kindergartenkindern bis hin zu Senioren. Kulturgruppen aus ganz Nordsiebenbürgen traten im Laufe des Nachmittags auf und unterhielten die zahlreichen Besucher. Die deutsche Schulabteilung von Großkarol wurde durch mehrere Schulklassen vertreten, die sich aktiv am kulturellen Programm beteiligten.
Am Abend begann schließlich der traditionelle Schwabenball, bei dem die Gäste nicht nur das Tanzbein schwangen, sondern auch in geselliger Atmosphäre Gelegenheit zu Gesprächen, Begegnungen und zum gemeinsamen Austausch hatten.








