Korrektur der rumänischen Börse, Energiewerte besonders hart getroffen

Die Bukarester Börse erlebte die erwartete Korrektur. Nachdem die wichtigsten rumänischen Indizes am Dienstag vorvergangener Woche neue Rekordstände erreicht hatten, ging es bereits zwei Tage bergab; am Freitag gab es dann wieder Gewinne, die sich am Montag vergangener Woche fortzogen. Danach aber ging es für die meisten Indizes vier Tage lang nach unten. Auf Wochensicht ging der Hauptindex um 1,81 Prozent zurück auf 35.499,79 Punkte. Der BETPlus Index verlor 1,65 Prozent und fiel auf 5137,13 Punkte zurück. Härter traf es den ROTX, der 1621,29 Punkte oder 1,98 Prozent verlor. Schlussstand am Freitag: 80.174,09 Punkte. Der Energiewerte-Index BET-NG ging um 2,7 Prozent auf 2686,23 Punkte zurück – und war somit der größte Verlierer der Woche. Gewinner war indes der Finanzwerte-Index BET-FI, der sich wieder gegen den Trend entwickelte und auf Wochensicht zulegte. Mit 0,99 Prozent aber zu wenig, um an vergangene Rekordstände zu knüpfen.

Der Aktienmarkt generierte in der vergangenen Woche nur knapp 10 Prozent weniger Umsatz als in der Woche zuvor. Zu den 459,67 Millionen Lei trugen vor allem die Bank Transilvania S.A. (TLV, 37,46 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) mit 104,1 Millionen Lei (22,6 Prozent) bei, der Treibstoffkonzern OMV Petrom S.A. (SNP, 1,27 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) mit 55,3 Millionen Lei (12 Prozent) und der Stromerzeuger S.P.E.E.H. Hidroelectrica S.A. (H2O, 180,4 Lei, ISIN RO4Q0Z5RO1B6) mit 54,1 Millionen Lei beziehungsweise 11,8 Prozent bei. Nur der Stromerzeuger musste in der vergangenen Woche Kursverluste hinnehmen. Insgesamt war die Energiebranche in der vergangenen Woche stark von negativen Schlagzeilen rund um die Energieversorgung geprägt. Nur der relativ kleine Stromerzeuger Premier Energy Plc (PE, 61,4 Lei, ISIN CY0200900914), der AKW-Betreiber S.N. Nuclearelectrica S.A. (SNN, 66,3 Lei, ISIN ROSNNEACNOR8) und der erwähnte Treibstoffkonzern OMV Petrom konnten in der vergangenen Woche zulegen. Dabei hatte gerade Nuclearelectrica mitgeteilt, möglicherweise beide Reaktoren des Landes abschalten zu müssen, weil die Donau wegen anhaltender Dürre nicht genug Kühlwasser trage. Die restlichen zehn Emittenten, die im Energiewerte-Index abgebildet sind, schlossen die vergangene Woche mit Kursverlusten. Interessant wird die laufende Woche, da in diesen Tagen börsennotierte Schwergewichte wie Hidroelectrica, der Telekomkonzern Digi, der Erdgaserzeuger Romgaz und Nuclearelectrica ihre Halbjahresberichte veröffentlichen. Dabei ist mit guten Zahlen, aber möglicherweise nicht mehr so rosigen Aussichten zu rechnen.

Dennoch gab es auch gute Nachrichten an der Börse. Trotz allgemein rückläufiger Kurse erreichten fünf Emittenten neue 52-Wochen-Höchststände. Der Konsumgüterhersteller Aquila Part Prod Com (AQ, 1,865 Lei, ISIN RO7066ZEA1R9) kletterte auf 1,93 Lei je Aktie, mit dem Finanzdienstleister SSIF BRK Financial Group SA (BRK, 0,1575 Lei, ISIN ROBRKOACNOR0) sowie den Banken Erste Group Bank AG (EBS, 633 Lei, ISIN AT0000652011) und Patria Bank S.A. (PBK, 0,154 Lei, ISIN ROBACRACNOR6) war die Finanzbranche in der Rangliste der Emittenten mit neuen Höchstständen besonders gut vertreten. Letzter Emittent, der in der vergangenen Woche ein neues 52-Wochen-Hoch registrierte, war der Wurst-Hersteller Cris-Tim Family Holding S.A. (CFH, 48 Lei, ISIN ROM2TZIHW2M4). SSIF BRK Financial Group SA war mit plus 16,2 Prozent einer der vier Emittenten, die in der vergangenen Woche zweistellig zulegten und wies zudem den zweithöchsten Wochengewinn auf. Nur das IT-Haus Bittnet Systems SA (BNET, 0,1445 Lei, ISIN ROBNETACNOR1) schaffte mit plus 35,7 Prozent mehr. Insgesamt 32 Emittenten feierten in der vergangenen Woche Kurszuwächse, während 39 Emittenten rückläufige Aktienkurse hinnehmen mussten. Mit minus 13 Prozent registrierte der Maschinenbauer Uztel S.A. (UZT, 0,87 Lei, ISIN ROUZTEACNOR5) den höchsten und einzigen zweistelligen Kursverlust auf Wochensicht. Immerhin stieg die durchschnittliche Marktkapitalisierung auf 713,9 Milliarden Lei an, einem Rekordwert in diesem Jahr.

Devisen

Die Leitwährungen Euro und US-Dollar folgten der Entwicklung der Vorwoche und legten gegenüber dem rumänischen Leu weiter zu, beziehungsweise gaben sich dem Leu geschlagen. So kletterte die europäische Gemeinschaftswährung um 0,008 Lei oder 0,15 Prozent weiter gegenüber dem Leu, die 5,25-Lei-Marke wurde somit gut überschritten. Der US-Dollar verlor auf Wochensicht 0,001 Lei oder 0,02 Prozent und liegt somit immer noch gut jenseits der 4,55-Lei-Grenze. 


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