Sathmar – In der ersten Hälfte des Jahres kamen fast 30 Prozent weniger rumänische Gäste in den Kreis Sathmar/Satu Mare als im Vorjahreszeitraum. Landesweit war der Rückgang deutlich geringer.
47.106 rumänische Touristen übernachteten von Januar bis Juni 2026 in den Beherbergungsbetrieben des Kreises. Das waren 29,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor – der stärkste Rückgang in ganz Rumänien.
Der Kreis Sathmar fiel dadurch im nationalen Ranking auf Platz 28 von 42 Kreisen. Besonders auffällig: Während die Zahl der Gäste stark zurückging, sank die Zahl ihrer Übernachtungen nur um 9 Prozent auf 75.796. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer stieg damit von 1,25 auf 1,61 Nächte. Wer in den Kreis kommt, bleibt also länger – es kommen nur deutlich weniger Menschen.
Der Tourismus konzentriert sich weiterhin stark auf die Kreisstadt Sathmar. Von insgesamt 56.376 Gästen, Rumänen und Ausländer zusammengerechnet, entfielen 36.276 auf die Stadt. Dahinter folgen Trestenburg/Tășnad mit 9965 und Großkarol/Carei mit 3073 Besuchern.
Der Rückgang ist Teil einer landesweiten Entwicklung, trifft den Kreis Sathmar aber besonders hart. In ganz Rumänien ging die Zahl der rumänischen Touristen lediglich um 6,8 Prozent zurück. Gleichzeitig stieg die Zahl der ausländischen Gäste um 7,3 Prozent.
Ein Grund für die Entwicklung ist die wachsende Beliebtheit von Auslandsreisen. Rumänen gaben allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2,9 Milliarden Euro für Reisen ins Ausland aus – 400 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.
Hinzu kommen die gekürzten Urlaubsgutscheine. Ihr Wert wurde auf 800 Lei halbiert, zudem wurde der Kreis der Berechtigten eingeschränkt. Nach Angaben des Reiseverbands ANAT gingen die entsprechenden Erstattungen in den ersten sechs Monaten um rund 60 Prozent zurück.
Gleichzeitig boomt der internationale Flugverkehr. Die rumänischen Flughäfen verzeichneten von Januar bis Mai 8,7 Prozent mehr Passagiere als im Vorjahreszeitraum. Gegenüber 2019 liegt das Passagieraufkommen sogar 26 Prozent höher.
Die Entwicklung zeigt: Die Rumänen reisen weiterhin – sie verbringen ihren Urlaub nur zunehmend außerhalb des eigenen Landes.




