Temeswar – Die ehemalige georgische Präsidentin Salome Zurabischvili kommt nach Temeswar. Die erste Frau an der Spitze Georgiens wird auf Einladung des Bürgermeisters Dominic Fritz am „Timișoara Forum for European Values“ teilnehmen, das am 5. und 6. November stattfindet. Nach dem ehemaligen portugiesischen Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa ist sie die zweite ehemalige Staatschefin, die ihre Teilnahme bestätigt hat.
Zurabischvili gilt als eine der profiliertesten proeuropäischen Stimmen in der östlichen Nachbarschaft der Europäischen Union. „Ihre Erfahrung und ihre Vision sind relevant für die Zeiten, die wir durchleben“, erklärte Bürgermeister Dominic Fritz. Gerade angesichts der zunehmenden Angriffe auf Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sei ihre Teilnahme in der Stadt, „die die Revolution von 1989 entzündet hat“, eine besondere Ehre, so Fritz.
Salome Zurabischvili wurde 2018 zur Präsidentin Georgiens gewählt und war bis 2024 im Amt. Die in Paris als Tochter georgischer politischer Exilanten geborene Politikerin begann bereits in den 1970er Jahren ihre diplomatische Laufbahn im französischen Außenministerium. Sie war unter anderem in New York, Rom, Washington, N’Djamena und Brüssel tätig und von 2003 bis 2004 französische Botschafterin in Georgien. 2004 übernahm sie das georgische Außenministerium.
In dieser Funktion setzte sie sich für eine stärkere Westorientierung Georgiens ein, unterzeichnete wichtige Abkommen mit der NATO und verhandelte den Aktionsplan zwischen der EU und Georgien.
2005 wurde unter ihrer Mitwirkung der Abzug russischer Truppen aus georgischen Gebieten erreicht.
Auch während ihrer Präsidentschaft setzte Zurabischvili auf eine Annäherung Georgiens an die EU und die NATO. 2024 initiierte sie die „Georgian Charter“, mit der die prowestlichen Kräfte des Landes angesichts des demokratischen Rückschritts gebündelt werden sollten.
Das Temeswarer Forum für Europäische Werte wird von der Kommunalverwaltung gemeinsam mit dem rumänischen Außenministerium organisiert. Im Mittelpunkt stehen Fragen der demokratischen Widerstandsfähigkeit, der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit, der Sicherheit und Konnektivität sowie der Zukunft des europäischen Projekts.
Neben Zurabischvili und Marcelo Rebelo de Sousa haben unter anderem Margrethe Vestager, ehemalige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und EU-Wettbewerbskommissarin, sowie Yusef D. Jackson, CEO der US-amerikanischen Rainbow PUSH Coalition, ihre Teilnahme bestätigt. Jacksons Auftritt steht auch im Zusammenhang mit den US-amerikanischen Midterm-Wahlen vom 3. November. Beim Forum sollen deren Ergebnisse und mögliche Auswirkungen auf die globale Demokratie, die transatlantischen Beziehungen und die internationale politische Stabilität diskutiert werden. Zu den weiteren bestätigten Teilnehmern gehören Andrea Anna Bujdosó, Fraktionsvorsitzende der Tisza-Partei im ungarischen Parlament, die ukrainische Abgeordnete Yevheniia Kravchuk, die Gouverneurin der Nationalbank Moldaus, Anca Dragu, Alba Chiara Lamberti von der Bloomberg LSE European City Leadership Initiative sowie die rumänische Umweltministerin Diana Buzoianu.




