Karansebesch – Auf der jüngsten Tagung des Stadtrats von Karansebesch trafen die Stadtväter zwei Entscheidungen, die dem Willen der Vertreter des rumänisch-orthodoxen Bischofsamts entgegenlaufen. In erster Linie ging es um die Kantine des Decebal-Lyzeums mit ihren 700 Quadratmetern Nutzfläche, die seit Jahren ungenutzt dasteht.
Die Stadtväter entschieden auf Vorschlag von Bürgermeister Ion Marcel Vela, die Kantine vom Ministerium für Nationale Erziehung zu übernehmen und in eine Sozialkantine umzuwandeln. Dazu hat die Stadt bereits ein Schreiben zwecks Avviso pro Forma an das Ministerium gerichtet, mittels dessen der Zweck des Immobilie geändert werden kann.
Bürgermeister Vela verbarg den Ratsherrn nicht, dass diese Schulkantine zum selben Zweck auch vom rumänisch-orthodoxen Bischofsamt Karansebesch zwecks Übernahme gewünscht ist. Diese wollte ebvenfalls eine Sozialkantine daraus machen. Die Stadt sei auch einverstanden gewesen damit, die Kantine dem Klerus zu überlassen, allerdings im Tausch gegen das Gebäude, das die Stadtbibliothek „Mihail Halici“ beherbergt. Bürgermeister Vela: „Das war auch tatsächlich unsere ursprüngliche Absicht, zu tauschen. Aber das Bischofsamt will unbedingt die Schulkantine gratis von uns haben und die Immobilie der Bibliothek für schweres Geld verkaufen. Mehr noch, das Bischofsamt hat angedeutet, unser Geld, das Geld der Stadt nicht haben zu wollen, angeblich, weil das öffentliche Gelder sind. Wahrscheinlich sorgen sie sich in besonderem Maß um öffentliche Gelder, also wollen sie lieber für diese Immobilie Gelder aus privater Hand. Unter diesen Bedingungen, wo die Interessen der beiden Institutionen, Stadt und orthodoxes Bischofsamt, auseinanderklaffen, haben wir uns gedacht, dass auch wir ein soziales Interesse haben. Für die selbe Kantine.“
Der zweite Beschluss der Stadtväter auf der jüngsten Tagung des Stadtrats, der den Interessen der rumänisch-orthodoxen Kirche entgegensteuert, betrifft ein Grundstück in Bahnhofsnähe, dass der Stadtrat 2011 dem Bischofsamt zwecks Bau einer Kirche gratis überlassen hat.
Solche Beschlüsse fasst der Karansebescher Stadtrat laufend, sobald ihm Gesuche vorliegen, die Bauabsichten betreffen. Der Stadtrat kann Grundstücke für eine Laufzeit von zwei Jahren Antragstellern gratis überlassen, wenn diese binnen dieser Frist mit dem Bauen beginnen. Widrigenfalls kann er aber die Grundstücke zurücknehmen. Das ist der Fall mit dem 1200 Quadratmeter großen Grundstück in Bahnhofsnähe. Dort hat sich bisher kein Bauarbeiter gezeigt und die Stadt hat jüngst beschlossen, die Überlassung rückgängig zu machen. Die zwei Jahre Schonfrist sind verstrichen, hieß es.