Im Deutschen Kulturzentrum Temeswar fand ein Workshop zum Thema „Deutsche Sprache und Kultur in Temeswar“ statt, der sich an Studierende des ersten Studienjahres der Fachrichtung Übersetzen und Dolmetschen an der Fakultät für Kommunikationswissenschaften richtete. Die gemeinsam mit dem Deutschen Kulturzentrum organisierte Veranstaltung bot den Teilnehmern die Gelegenheit, die Institution und ihre vielfältigen Bildungs- und Kulturangebote aus nächster Nähe kennenzulernen. Im Mittelpunkt standen Einblicke in die Arbeit des Kulturzentrums, seine Sprachprogramme sowie seine kulturellen Projekte. In der Bibliothek setzten sich die Studierenden mit unterschiedlichen Textsorten und Wörterbüchern auseinander und erkundeten das Kulturzentrum im Rahmen einer interaktiven Rallye, bei der sie zugleich ihre landeskundlichen Kenntnisse unter Beweis stellten. Den praktischen Abschluss bildete die Übersetzung ausgewählter deutscher Texte ins Rumänische, eine Übung, die sprachliche Sicherheit ebenso wie erste translatorische Kompetenzen erforderte. Organisiert wurde der Workshop von Univ.-Lekt. Dr. Ana-Maria Dascălu-Romițan gemeinsam mit Bianca Barbu, Deutschlehrerin und Goethe-Prüferin am Deutschen Kulturzentrum Temeswar. Als Leiterin der Sprachabteilung, Beraterin des Lehrmittelzentrums und Verantwortliche für die Bibliothek engagiert sich Bianca Barbu seit vielen Jahren für die Förderung der deutschen Sprache und Kultur in Temeswar. Die Veranstaltung reiht sich in eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen der Fakultät für Kommunikationswissenschaften und dem Deutschen Kulturzentrum Temeswar ein. Ziel dieser Kooperation ist es, den Studierenden praxisnahe Einblicke in ihr zukünftiges Berufsfeld zu ermöglichen und ihre sprachlichen wie interkulturellen Kompetenzen nachhaltig zu stärken. Ein weiteres Beispiel dieser erfolgreichen Partnerschaft war der Workshop „Bild und Diskurs: Stadtporträt“ (11. Auflage), der für die Studierenden des zweiten Studienjahres der Fachrichtung Übersetzen und Dolmetschen stattfand und von Univ.-Assistentin Dr. Ruxandra Buglea gemeinsam mit der Leiterin des Kulturzentrums, Mona Petzek, organisiert wurde. Die langjährige Partnerschaft zwischen der Politehnica-Universität Temeswar, dem Deutschen Kulturzentrum Temeswar und der Deutsch-Rumänischen Kulturgesellschaft Temeswar schafft einen Rahmen, in dem akademische Ausbildung und kulturelle Praxis eng miteinander verbunden werden. Für die Studierenden eröffnet sie die Möglichkeit, Institutionen kennenzulernen, die das deutsche Kulturleben im Banat prägen, und ihre fachlichen sowie interkulturellen Kompetenzen unter realen Bedingungen weiterzuentwickeln. Heutzutage wird Sprache häufig vor allem als funktionales Kommunikationsmittel verstanden, während ihre eigentliche kulturelle und verbindende Kraft leicht aus dem Blick gerät. Sprache dient nicht nur dem Austausch von Informationen, sondern schafft Beziehungen, baut Brücken zwischen Menschen, Institutionen und Kulturen und eröffnet Räume des gegenseitigen Verständnisses. Gerade Initiativen wie dieser Workshop machen sichtbar, dass sprachliche Bildung weit über den Erwerb grammatischer und lexikalischer Kompetenzen hinausgeht. Die langjährige Kooperation zwischen der Politehnica-Universität Temeswar und dem Deutschen Kulturzentrum Temeswar ist dafür ein überzeugendes Beispiel: Sie verbindet Wissenschaft und Kultur, Theorie und Praxis sowie Hochschule und Gesellschaft. Nicht zuletzt gilt auch heute, was Ludwig Wittgenstein in seinem berühmten Satz formulierte: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ Sprachliche Bildung erweitert somit nicht nur den Wortschatz, sondern auch den Horizont des Denkens.





