Anhörung: Die USR will SPP-Chef Pahonțu ins Parlament zitieren

USR-Vizefraktionschef: „Es gibt jede Menge Fragen“

Bukarest (ADZ) – Die Reformpartei USR will Lucian Pahonțu, den hochumstrittenen Chef des mit dem Schutz von Amtsträgern beauftragten Geheimdienstes SPP, infolge der brisanten Enthüllungen der Investigativ-Plattformen Recorder.ro und Snoop.ro im Parlament Rede und Antwort stehen lassen. Wie USR-Vizefraktionschef Allen Coliban mitteilte, hat seine Fraktion bereits die nötigen Schritte für eine Anhörung des Vier-Sterne-Generals a. D. in den Verteidigungsausschüssen des Ober- und Unterhauses unternommen. 

Nach den Enthüllungen der beiden Medienoutlets gebe es „jede Menge Fragen“, die man Pahonțu stellen wolle – eine Enquete sowie zivile und parlamentarische Kontrolle seien in diesem Fall unabdingbar, zumal SPP-Chef Pahonțu seit sage und schreibe 21 Jahren im Amt sei. Dieser habe Erklärungen zu liefern in puncto seiner mutmaßlichen Beteiligung an der Niederschlagung von Demonstranten sowohl während der blutigen Wende von 1989 als auch der „Mineriade“ von 1990 – Parlament und dessen Kontrollausschüsse stünden in der Pflicht, Licht in diese Angelegenheit zu bringen, betonte der USR-Abgeordnete. Angehört werden sollen des Weiteren auch Zeugen sowie Personen, die klären können, welche Rolle Pahonțu als ehemaliger hauptamtlicher Securitate-Mitarbeiter während der Wendeereignisse und danach gespielt habe, so Coliban.

Gegen den langjährigen SPP-Chef werden mittlerweile auch Plagiatsvorwürfe laut: Wie die Investigativjournalisten von Recorder erst in den letzten Tagen nach eingehender Prüfung seiner Dissertation aus dem Jahr 2003 berichteten, sind rund 30 Prozent seiner Doktorarbeit über „Schutz und Verteidigung kritischer Einrichtungen“ abgekupfert – u. a. sogar aus dem noch in kommunistischen Zeiten bzw. 1976 erschienenen „Regelwerk der Securitate-Truppen“.