Bukarest (ADZ) – Die UDMR-Führung hat am Dienstag in einer Dringlichkeitssitzung beschlossen, sich nicht an der Koalitionsregierung des designierten liberalen Premiersministers Adrian Veștea zu beteiligen und den beiden UDMR-Fraktionen zu empfehlen, Veștea und dessen Kabinett bei der Investiturabstimmung das Vertrauen zu verweigern. Medienberichten zufolge war es vor besagter Sitzung zu einem Treffen zwischen UDMR-Chef Hunor Kelemen, Liberalenchef Ilie Bolojan und dem USR-Vorsitzenden Dominic Fritz gekommen – offenbar, um sich abzustimmen.
Parteisprecher und Fraktionschef Botond Csoma sagte den Medien nach der Sitzung des UDMR-Vorstands, man habe „keine stabile und transparente Mehrheit“ ausmachen können, die Veșteas Kabinett unterstützen würde – rein rechnerisch liege auf der Hand, dass der designierte Premier auch auf Stimmen aus dem rechtspopulistischen Lager, sowohl der ultrarechten Splitterfraktionen als auch möglicherweise der AUR baue. Entsprechend sei der UDMR nicht gewillt, eine Koalition einzugehen – man wolle „nicht in einem Boot mit ultrarechten Parlamentariern sitzen“, so Csoma.
Der Beschluss bedeutet für den designierten Regierungschef de facto den Todesstoß, da der UDMR als Königsmacher gegolten hatte – ohne dessen Stimmen kann Veștea bloß mithilfe der AUR auf eine Mehrheit zu kommen, die indes wohl kaum von ihrer Entscheidung absehen wird, keine Regierung abzusegnen, der sie nicht angehört.
Veștea selbst wirkte nach dem UDMR-Beschluss völlig verstört – er werde nochmals mit der UDMR-Spitze sprechen und danach „Berechnungen und Analysen“ vornehmen, sagte der 52-Jährige. Medienberichten zufolge wollte Veștea noch am Dienstagabend bei Staatspräsident Nicușor Dan vorstellig werden, um zu eruieren, wie es nun weitergehen soll.




