Behörden: Trotz AKW-Ausfalls besteht „kein Risiko eines Blackouts“

Reaktor 2 des Atommeilers ist am Donnerstag abgeschaltet worden

Das Nationale Institut für Hydrologie und Wasserwirtschaft hat am Donnerstagmorgen mitgeteilt, dass der Durchfluss der Donau beim Eintritt in das Land bei Baziaș die letzten 25 Stunden unverändert blieb. Mit 1350 Kubikmetern pro Sekunde liegt es weit unter dem Mehrjahresmittel für August (3900 m³/s). Für die folgenden Stunden werde ein leichter Anstieg erwartet: Bis Freitagmorgen um 7 Uhr auf 1400 m³/s. Wegen des niedrigen Wasserstands an der Schleuse in Cernavodă (im Bild) musste am Donnerstagmorgen das Kernkraftwerk vollständig abgeschaltet werden. | Foto: Inquam Photos / George Călin

Bukarest (ADZ) – Trotz des Ausfalls des Atomkraftwerks Cernavodă, dessen zweiter Reaktor wegen Rekord-Niedrigwassers der Donau am Donnerstagmorgen heruntergefahren wurde, besteht für das Land nach Angaben der Behörden keine Gefahr eines größeren Blackouts. Wie Cristian Bușoi, Staatssekretär im Energieministerium, versicherte, reicht die eigene Stromproduktion aus, um den Verbrauch der privaten Haushalte sowie wesentlicher Dienstleister – Krankenhäuser, Behörden usw. – zu decken. 

Dafür werde es eindeutig Auswirkungen auf die Wirtschaft geben – der staatliche Energieversorger Nuclearelectrica habe seine industriellen Großkunden bereits darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie ihren Strom nach Abschaltung des Reaktors 2 des AKW Cernavodă aus anderen regionalen oder europäischen Quellen zu beziehen hätten, teilte Bușoi mit. Dem Staatssekretär zufolge unternehmen die Behörden zurzeit alles, um das Energiesystem des Landes weitgehend aufrecht zu erhalten – so soll das Kohlekraftwerk Rovinari 4 des Energiekomplexes Oltenia hochgefahren werden, während Hidroelectrica, der führende Anbieter von Wasserkraft, versuchen wolle, die Produktion trotz anhaltender Dürre stellenweise anzukurbeln. Das Stromdefizit zu Spitzenlastzeiten werde durch Importe gedeckt, wobei industrielle Großverbraucher gemäß des Notfallplans der Interims-Regierung mit etappierten Sparmaßnahmen zu rechnen hätten, erläuterte Bușoi.

Der Leiter des AKW Cernavodă, Romeo Urjan, hatte letzte Tage bekannt gegeben, aufgrund des gesunkenen Wasserstands und Durchflusses der Donau die Abschaltprozedur des letzten Reaktors am Donnerstagmorgen schlag 7.00 Uhr einleiten zu wollen. Reaktor 1 des einzigen Atommeilers des Landes war bereits Ende Juli abgeschaltet worden.