Bukarest (ADZ) – Liberalen-Vize Ciprian Ciucu hat in einem Facebook-Posting hervorgehoben, dass es für ihn unverständlich sei, weshalb Staatspräsident Nicușor Dan die PSD verschone bzw. deren Parteichef Sorin Grindeanu nicht längst mit der Regierungsbildung beauftragt habe. Ebenso wenig könne er nachvollziehen, weswegen sich die PSD hartnäckig vor der Regierungsverantwortung drücke, nachdem sie doch selbst die Regierungskrise losgetreten habe. Die PSD habe nunmehr die Gelegenheit, „geniale Lösungen“ unter Beweis zu stellen, um „das Land zu retten“. Er sei für ihn daher unbegreiflich, weshalb der Präsident einen seiner Berater „opfern“ wolle, um eine Regierungskrise zu beenden, die er nicht verschuldet habe, schrieb der amtierende Bukarester Oberbürgermeister.
Auch Interims-Regierungschef Ilie Bolojan (PNL) warf der PSD Unverantwortlichkeit vor – sie sei nach der von ihr ausgelösten politischen Krise komplett abgetaucht und drücke sich offenkundig vor jeder Verantwortung. Nach dem ganzen Trara mit dem internen Referendum über den Sturz seiner Koalitionsregierung habe man erwartet, dass die PSD die Regierungsverantwortung umgehend übernehmen werde. Doch sei nichts dergleichen geschehen, dafür habe sich die PSD seit drei Wochen „in die Büsche verdrückt“, so der Liberalenchef im Gespräch mit dem Hörfunksender Digi FM. Derzeit sei das Arbeitsszenario einer Technokraten-Regierung bloß im Gespräch, „weil die PSD desertiert ist“. Allerdings wäre ein technokratisches Kabinett aus seiner Sicht keine optimale Lösung, da dieses kaum Kontrolle über die Gesetzesinitiativen im Parlament haben würde, einschließlich jene, die zusätzliche Ausgaben vorsehen und damit das Defizitziel in Gefahr bringen könnten, erläuterte Bolojan.




