Cristian Mungius „Fjord“ gewinnt Goldene Palme

„Ausdruck des Engagements gegen Radikalismus“

Triumph für Rumänien in Cannes: Die Goldene Palme geht heuer an den Regisseur und Drehbuchautor Cristian Mungiu für seinen Film „Fjord“. Der Film wurde auch mit dem renommierten Preis der internationalen Filmkritik FIPRESCI ausgezeichnet und erhielt noch drei Preise: Prix François Chalais, Prix de la Citoyenneté und Prix du Jury Œcuménique. | Foto: Sameer Al-Doumy/AFP/dpa

Cannes (ADZ/dpa) – Der Film „Fjord“ des rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu ist am Wochenende beim Filmfestival von Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden. Der Film setzte sich gegen 21 andere Wettbewerbsfilme durch. Für Mungiu ist es bereits die zweite Goldene Palme – 2007 hatte sein Film „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ die Auszeichnung erhalten. Der 58-Jährige wird damit zum zehnten Regisseur mit zwei Palmen.

Mungiu gelang mit „Fjord“ ein moralisch vielschichtiges Drama über Familie, Erziehung und kulturelle Konflikte. Darin spielen der rumänischsstämmige US-Schauspieler Sebastian Stan und die Norwegerin Renate Reinsve ein streng religiöses rumänisch-norwegisches Ehepaar, das mit seinen fünf Kindern in ein abgelegenes norwegisches Dorf zieht. Als bei ihrer Tochter Verletzungen festgestellt werden, geraten die Eltern unter Verdacht, ihr Kind körperlich misshandelt zu haben. Der Film ist vom realen Fall der rumänisch-norwegischen Familie Bodnariu aus dem Jahr 2015 inspiriert. Die Gesellschaft sei heute „gespalten, zersplittert und radikalisiert“ und sein Film daher auch „Ausdruck des Engagements gegen Radikalismus“, sagte Mungiu in seiner Dankesrede.