Bukarest/Cernavodă (ADZ) – Nach Angaben von Interims-Verteidigungsminister Radu Miruță (USR) ist der Donaupegel bei Cernavodă infolge der am Vortag vorgenommenen Sprengung einer Landzunge unweit des Do-nauarms Bala leicht bzw. um zwei Zentimeter gestiegen. Das bedeute de facto zwei hinzugewonnene Tage im Kampf um die Kühlung und damit die Funktionsfähigkeit des zweiten und letzten Reaktors des Atomkraftwerks Cernavodă, stellte Miruță am Dienstag in einem Facebook-Posting klar.
Kraftwerksleiter Romeo Urjan bestätigte den Medien wenig später, dass für den Atommeiler tatsächlich wertvolle Zeit gewonnen wurde: Bisher sei er davon ausgegangen, dass der zweite Reaktor wegen stetig sinkender Pegelstände in etwa fünf Tagen heruntergefahren werde müsse, doch sei die Gnadenfrist nun auf etwa eine Woche ausgeweitet worden, sagte Urjan dem Nachrichtensender Digi 24.
Der Kampf um die Aufrechterhaltung der Kühlung des letzten Reaktors des AKW Cernavodă ist indes längst nicht beendet – Armee und Wasserwirtschaftsamt „Apele Române“ sind in diesen Tagen nämlich bemüht, den Abfluss in Richtung des Haupt-Donaulaufs mithilfe einer Unterwasserbarriere am Donauarm Bala zu erhöhen. Wie „Apele Române“-Sprecherin Ana Maria Agiu mitteilte, zielt der äußerst komplexe Einsatz darauf ab, den Pegelstand der Donau im Raum Cernavodă um letztlich zehn bis zwölf Zentimeter anzuheben – man stehe dabei unter erheblichem Zeitdruck, da die Donau nach wie vor Rekord-Niedrigwasser führe. Durch die Abriegelung des Donauarms Bala hoffe man jedoch, dem Hauptlauf des Flusses zusätzliche Mengen Wasser sichern zu können. Man sei entschlossen, keine Mühe zu scheuen, da jeder zusätzliche Zentimeter beim Pegelstand für Reaktor 2 des AKW einen Tag mehr am Netz bedeute, sagte Agiu.





