Drohne in Bulgarien nahe der rumänischen Grenze explodiert

Sprengstoffbeladene Lockdrohne war offenbar über Rumänien angeflogen

Bulgariens Premierminister Rumen Radew | Archivfoto: Wikimedia Commons

Sofia/Bukarest (ADZ) – Bulgarien hat am Wochenende das Eindringen einer Drohne in seinen Luftraum vermeldet, die offenbar über Rumänien angeflogen war. Wie Premierminister Rumen Radew nach einer Sitzung des Sicherheitsrates in Sofia bekannt gab, explodierte das mit einer großen Menge Sprengstoff beladene unbemannte Flugobjekt etwa 100 Meter von der rumänischen Grenze entfernt unweit einer Kompressionsstation der Transbalkan-Gasleitung. Radew zufolge wurde die Drohne weder im bulgarischen noch im rumänischen Luftraum geortet, „auch vom Combined Air Operations Center der NATO in Torrejón, das den Luftraum über ganz Südeuropa überwacht, liegen uns keine Informationen vor“, teilte der bulgarische Regierungschef mit.

Das Verteidigungsministerium in Bukarest teilte daraufhin mit, dass Rumäniens Radarsysteme keinerlei Flugobjekt geortet hätten, die in den eigenen Luftraum eingedrungen und in Richtung des Nachbarlandes geflogen sei. 

Eine erste Analyse der Drohnenüberreste ergab nach Angaben des bulgarischen Verteidigungsministeriums, dass es sich um eine Lockdrohne vom Typ Maja gehandelt hat – ein Drohnen-Typ, der häufig von den ukrainischen Streitkräften eingesetzt wird. Doch gebe es keinen Grund anzunehmen, dass der Vorfall ein vorsätzlicher gewesen sei, stellte das Verteidigungsministerium in Sofia klar. Die Ukraine erklärte sich daraufhin „uneingeschränkt offen“ bereit, den Vorfall gemeinsam mit Sofia aufzuklären. „Wir können mit Sicherheit sagen, dass die ukrainischen Streitkräfte absichtlich keine Mittel in Richtung Bulgarien gerichtet haben“, sagte Außenamtssprecher Georgij Tichyj in Kiew. Nichtsdestotrotz bestellte die bulgarische Außenministerin Welislawa Petrowa die ukrainische Botschafterin in Sofia für Montag ein.