Bukarest (ADZ) – Ex-Energieminister Bogdan Ivan (PSD) steht wegen einer von ihm verbreiteten Falschmeldung im Kreuzfeuer der Kritik: Der Sozialdemokrat hatte in einem bei Facebook hochgeladenen Videoclip behauptet, dass erste industrielle Großkunden bereits Benachrichtigungen über ihre bevorstehende Trennung von Netz erhalten hätten. Das „schwärzeste Szenario“ trete gerade ein, die Energiekrise habe „unsere Werke“ und damit zahllose Arbeiter und deren Familien erreicht, deren Einkommen nun gefährdet seien, hatte Ivan kolportiert. Der staatliche Übertragungsnetzbetreiber Transelectrica dementierte prompt: Es seien keinerlei Vorabbenachrichtigungen an Großkunden verschickt worden – weder über eine Trennung vom Netz noch über eine vorübergehende Leistungsbegrenzung, so Transelectrica.
Auch das Energieministerium dementierte – Ivan setze auf krasse Desinformation, die Großverbraucher seien bloß darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass ihr Stromverbrauch im Notfall, der noch längst nicht eingetreten sei, gedrosselt werden könne. Interims-Premier Bolojan warf Ivan „völlige Veranwortungslosigkeit“ vor – es gebe Regelungen, die vorsehen, welche Schritte Regierung und Ressortministerium in energetischen Krisenzeiten zu unternehmen hätten, darunter auch die Aufstellung einer Liste mit Großverbrauchern, die im Notfall betroffen werden könnten. Eine derartige Liste bedeute jedoch längst nicht, dass ein Blackout bevorstehe, so wie der Ex-Minister es behauptet habe, erklärte Bolojan.
Allerdings spitzt sich die Krise im Energiebereich just vor der anrollenden neuen Hitzewelle zu: Das erst letzte Tage hochgefahrene Wärmekraftwerk Turceni teilte am Donnerstag mit, wegen eines defekten Kessels für mindestens vier Tage auszufallen.





