Fitch-Rating: Rumänien schrammt haarscharf an „Ramsch“ vorbei

Ursprünglich hatte die Ratingagentur eine Herabstufung geplant

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Bukarest (ADZ) – Die Ratingagentur Fitch hat am Wochenende Rumäniens Bonität bei BBB- bestätigt und den Ausblick wegen anhaltenden Drucks auf die Staatsfinanzen bei „negativ“ behalten. In einer Erklärung stellte Fitch zudem klar, dass das Land einer Herabstufung in den spekulativen Ramschbereich (junk) nur knapp entgangen ist: „In Übereinstimmung mit den Richtlinien von Fitch hat der Emittent Berufung eingelegt und Fitch zusätzliche Informationen zur Verfügung gestellt, die zu einer Ratingentscheidung geführt haben, die vom ursprünglichen (...) Ergebnis abweicht“, teilte die Agentur mit. De facto bedeutet das, dass Fitch ursprünglich eine Herabstufung von der letzten Stufe des Investment-Grade-Ratings geplant hatte und sich erst durch das Flehen der rumänischen Behörden erweichen ließ. Die politische Instabilität nach dem Sturz der Regierung habe die Planbarkeit der Politik über 2026 hinaus verringert, was den Zugang zu EU-Aufbaufonds sowie die Bemühungen, das größte Haushaltsdefizit in der EU weiter abzubauen, gefährde, betonte Fitch. Für 2026 rechnet die Agentur mit einem Defizit von 5,9 Prozent der Wirtschaftsleistung und erwartet überdies, dass die rumänische Wirtschaft insgesamt um 0,6 Prozent schrumpfen wird.

Interims-Finanzminister Alexandru Nazare sagte nach Bestätigung der Bonität des Landes, dass deren Beibehaltung sowie eine Reduzierung der Finanzierungskosten des Landes für sein Ressort oberste Priorität habe, auch sei man bemüht, die Prämissen für einen „stabilen“ Ausblick aufzustellen.

Selbst Staatspräsident Nicușor Dan meldete sich nach der Bestätigung des Kreditratings des Landes überraschend zu Wort – dieses belege, dass Rumänien seine Finanzstabilität „trotz allen politischen Krachs“ habe bewahren können.