Galatzer Drohnen-Vorfall soll Europäischen Rat beschäftigen

EU-Gipfeltreffen steigt Ende kommender Woche

Drohnen-Einschlagsstelle auf Galatzer Wohnhochhaus | Archivfoto: presidency.ro

Bukarest (ADZ) – Der bis dato gravierendste Drohnen-Vorfall hierzulande seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die benachbarte Ukraine, nämlich die am 29. Mai in ein Galatzer Wohnhochhaus eingeschlagene russische Kampfdrohne vom Typ Geran 2, wird auch die 27 Staats- und Regierungschefs der EU beschäftigen, die Ende kommender Woche in Brüssel zu einem Gipfeltreffen zusammentreten. Das teilte Staatspräsident Nicușor Dan bei Facebook nach einem Telefonat mit EU-Ratspräsident Antonio Costa mit. 

Im Gespräch mit dem Ratspräsidenten habe er zudem darauf bestanden, dass die Gipfel-Schlussfolgerungen u. a. eine ausdrückliche Verurteilung der jüngsten Aktionen Russlands enthalten, da Moskau durch andauernde Verletzungen des Luftraums zahlreicher EU-Staaten kontinuierlich eskaliere, schrieb das Staatsoberhaupt. Diese Taktik sei völlig inakzeptabel und gehöre auf das Schärfste verurteilt. Rumänien werde sich daher dafür einsetzen, dass die Verteidigungselemente der Eastern Flank Watch bzw. der von der EU-Kommission initiierten Verteidigungsstrategie zum massiven Ausbau des Schutzes der östlichen EU-Außengrenzen schnellstmöglich umgesetzt werden, fügte der Präsident hinzu.

Rumänien hatte bekanntlich nach dem gravierenden Drohnen-Vorfall von Galatz, bei dem zwei Menschen leicht verletzt wurden und Dutzende Einwohner des getroffenen Hochhauses evakuiert werden mussten, den russischen Botschafter einbestellt, den russischen Generalkonsul in Konstanza ausgewiesen und das russische Generalkonsulat in der Schwarzmeerhafenstadt umgehend schließen lassen. Präsident Dan hatte zudem gewarnt, dass man nicht davor zurückscheuen werde, auch den russischen Botschafter zur Persona non grata zu erklären, sollte es zu einem weiteren Drohnen-Vorfall kommen.