Bukarest (ADZ) – Der AUR-nahe Flügel in der PSD erstarkt zusehends, immer mehr Parteiverbände im Land legen PSD-Chef Sorin Grindeanu mittlerweile offen ans Herz, eine Koalition mit den oppositionellen Rechtspopulisten einzugehen oder sich von diesen zumindest an der Spitze einer Minderheitsregierung dulden zu lassen. Medienberichten zufolge hat sich der frühere Generalsekretär der Partei, PSD-Urgestein Paul Stănescu, längst zum inoffiziellen Chef des AUR-nahen Flügels gemopst, wobei der einflussreiche Politiker sowohl zur AUR-Spitze als auch zum ehemaligen ultrarechten Präsidentschaftskandidaten Călin Georgescu gute Beziehungen unterhält – so etwa wurden dessen jüngste, publikumswirksam inszenierten Auftritte im Landeskreis Olt alle von Florin Ciobanu, einem Vertrauten St˛nescus, organisiert.
Neben Stănescu sprechen sich auch weitere Schwergewichte der PSD für eine Annäherung an die AUR aus, darunter der EU-Abgeordnete und frühere Premierminister Mihai Tudose sowie der Suceavaer Kreisratsvorsitzende Gheorghe Soldan. Entsprechend wächst der Druck auf Sorin Grindeanu, umgehend Verhandlungen mit AUR-Chef George Simion über einen Schulterschluss zwischen den beiden politischen Parteien einzugehen. Bis dato konnte der PSD-Chef zwar derlei Forderungen mit dem Argument ablehnen, dass sich die eigene europäische Familie bzw. die S&D-Fraktion im EU-Parlament dezidiert dagegen ausspreche, da die AUR in Brüssel und Strassburg nun einmal als extremistische Partei gelte – eine Koalition mit ihr könnte folglich zum Einfrieren der Rumänien zustehenden EU-Mittel führen. Doch stellt sich vermehrt die Frage, wie lange besagtes Argument in den Reihen der PSD noch wirken und Grindeanu dem Druck seiner Parteikollegen noch standhalten kann.





