Bukarest (ADZ) – Staatspräsident Nicușor Dan hat den diesjährigen Empfang aus Anlass des Europatages abgesagt, an dem u. a. die Präsidentin des EU-Parlaments, Roberta Metsola, teilnehmen sollte. Wie das Präsidialamt am Mittwoch in einer Aussendung mitteilte, sei der auf Samstag angesetzte Empfang auf Schloss Cotroceni wegen der „jüngsten politischen Entwicklungen“ abgesagt worden, damit man sich ausschließlich dem Krisenmanagement widmen könne. Der Präsident selbst legte am Mittwoch mit ersten informellen Konsultationen mit den Spitzen der verblichenen Fünfer-Koalition los, die er der Reihe nach zu sich bitten will.
De facto steht Nicușor Dan nach dem Sturz des Kabinetts von Interims-Premier Ilie Bolojan (PNL) vor einer schier unlösbaren Aufgabe: Er hat den Bürgern nämlich eine neue prowestlich orientierte Regierung in Aussicht gestellt, obwohl PNL und USR bereits angekündigt hatten, mit der PSD nicht mehr koalieren zu wollen. Die PSD will indes nach Angaben ihres Parteichefs Sorin Grindeanu weder eine Minderheitsregierung dulden noch mit der ultrarechten AUR koalieren, mit deren Hilfe sie am Vortag Bolojans Restkabinett gestürzt hatte. Ihrerseits will die AUR Koalitionsverhandlungen bloß unter der Bedingung eingehen, den Regierungsauftrag zu erhalten.
Unter diesen Umständen rechnet Interims-Vizepremier Tanczos Barna mit äußerst mühsamen und schleppenden Verhandlungen: Es werde „Wochen, möglicherweise sogar Monate“ dauern, bis sich eine neue Mehrheit abzeichne und der Staatschef den Regierungsauftrag vergeben könne, sagte Tanczos den Medien. Zurzeit herrsche in allen Parteien eine „generelle Unsicherheit“, zumal eine Regierung gestürzt worden sei, obwohl niemand gewusst habe, was nach ihr kommen soll, so der UDMR-Politiker.





