Bukarest (ADZ) – Vor dem Hintergrund der nahenden Präsidentenwahl vom 4. Mai (Stichwahl 18. Mai) hat der frühere Staatspräsident Traian Băsescu gewarnt, dass das Risiko einer Nichtanerkennung ihres Wahlergebnisses „durch einige Staaten“ zurzeit durchaus bestehe. Seit der annullierten ersten Runde der Präsidentenwahl seien mehr als drei Monate vergangen, doch hätten die rumänischen Behörden die Gründe für die Wahlannullierung immer noch nicht nachvollziehbar belegt. Das aktuell zerrüttete Verhältnis zu den USA gehe weder auf die Kappe des rumänischen Botschafters in Washington noch auf jene des Außenministers, sondern sei ausschließlich eine Konsequenz des annullierten ersten Durchgangs des Präsidentenrennens, stellte der Altpräsident in einem Facebook-Posting klar.
Solange die Gründe für die Wahlannullierung vom Spätherbst nicht durch konkrete Beweise untermauert würden, werden logischerweise auch Zweifel an der Legitimität der nahenden Neuauflage der Präsidentenwahl bestehen – entsprechend könne nicht ausgeschlossen werden, dass „manche Länder“ das Wahlergebnis vom Mai letztlich nicht anerkennen. Um diesem Risiko vorzubeugen, wären die rumänischen Behörden gut beraten, „sofort zu handeln“, schrieb Băsescu.
Die Ermahnung des früheren Staatsoberhauptes erfolgt wenige Tage nach einer Sitzung des Verteidigungsrates (CSAT), von der sich sowohl Politikbeobachter als auch Öffentlichkeit zusätzliche Erläuterungen und vor allem Beweise für die russische Wahlbeeinflussung vom Spätherbst erhofft hatten, zumal auf der Tagesordnung der Sitzung des Verteidigungsrates auch die Jahresberichte des Inlands- und Auslandsnachrichtendienstes gestanden hatten. Doch hatte sich der CSAT zur allgemeinen Enttäuschung dazu schließlich ausgeschwiegen.