Bukarest (ADZ) – Die Parteien haben auf die Beauftragung des PNL-Vizevorsitzenden und Kronstädter Kreisratschefs Adrian Veștea mit der Regierungsbildung zunächst eher zurückhaltend reagiert. UDMR-Chef Hunor Kelemen erklärte nach einer schnell einberufenen Sitzung am Sonntag, dass die Nominierung Fragen aufwerfe. Zunächst müsse geklärt werden, ob hinter Veștea eine parlamentarische Mehrheit steht und welche Haltung die PNL dazu einnimmt. Der UDMR sei allerdings gewillt, mit Veștea zu reden.
Kritisch reagierte die USR, die sich eng mit der PNL abstimmen will. Die Partei bekräftigte, weiterhin keine Regierung gemeinsam mit der PSD zu bilden. Parteichef Dominic Fritz erklärte, die USR könne keinem Kabinett das Vertrauen aussprechen, an dem sie selbst nicht beteiligt sei. Eine gute Regierung könne ohnehin nicht aus einem Verrat an der eigenen Partei heraus erwachsen, so Fritz.
Deutlich schärfer fiel die Reaktion des rechtspopulistischen Lagers aus. AUR-Chef George Simion warf Präsident Nicușor Dan mangelnden Respekt vor den Parteien und der verfassungsmäßigen Ordnung vor. Die AUR habe den amtierenden Premierminister und PNL-Chef Ilie Bolojan zwar am stärksten angegriffen, doch auf diese Weise in eine Partei hineinzufunken zeige, dass der Präsident von der Demokratie wenig hält. AUR-Senator Petrișor Peiu kündigte zudem an, die AUR werde keiner Regierung zustimmen, an der sie nicht beteiligt sei.
Die PSD gab sich von ihrer ernsten Seite. Gewichtige Spitzenpolitiker schwiegen sich zumeist aus, während der Abgeordnete und frühere Verteidigungsminister Mihai Fifor sich auch bedeckt gab: Angesichts der schwierigen politischen Lage müsse jeder Vorschlag, der zu einer stabilen parlamentarischen Mehrheit beitragen könne, mit allem gebotenem Ernst geprüft werden, fand er.





