Nach Drohnenexplosion in Konstanza: Touristen sicher an Schwarzmeerriviera

Präsident Nicușor Dan bei einem Besuch im Militärhafen Konstantza am Samstag | Foto: presidency.ro

Bukarest (ADZ) – Nach der Explosion einer ukrainischen Seedrohne im Hafen von Konstanza am Freitag hat Rumäniens Präsident Nicușor Dan den Stand der Sicherheitsmaßnahmen an der Schwarzmeerküste verteidigt und eine Verstärkung der Überwachung angekündigt. Die Küste sei für Touristen auch in diesem Sommer sicher, sagte das Staatsoberhaupt nach einer Krisensitzung mit Verantwortlichen der Seestreitkräfte. Nach Angaben des Präsidenten gehörte die Drohne zu einem Vierer-Verband, der außer Kontrolle geriet. Zugleich betonte er, Russland trage die Verantwortung für den Vorfall. Die Ukraine sei das angegriffene Land und verteidige sich mit den verfügbaren Mitteln. Kritik an einer angeblich verspäteten Reaktion der Behörden wies Dan zurück. Die Einsatzkräfte hätten nach den geltenden Protokollen gehandelt, das Gebiet abgesperrt, Schiffe aus dem Gefahrenbereich gebracht und Vorbereitungen zur Sicherung der Drohne getroffen. Nachdem Hinweise auf eine bevorstehende Selbstzerstörung vorlagen, hätten auch die Einsatzkräfte den Bereich verlassen. Das Protokoll sei vollständig eingehalten worden. Spekulationen, die Drohnen hätten ein Schiff der sogenannten russischen Schattenflotte verfolgt, wies der Präsident ebenfalls zurück. Das betroffene Schiff stehe auf keiner Sanktionsliste und transportiere regelmäßig kasachisches Öl über den russischen Hafen Noworossijsk.

Die Ermittlungen sollen nun klären, wie die Drohnen in die Nähe des Hafens gelangen konnten. Dan verwies darauf, dass maritime Drohnen eine neue Technologie seien, auf die sich auch die NATO-Staaten erst einstellen müssten. Sie seien von Radargeräten nicht erfassbar. Durch das laufende Modernisierungsprogramm der Marine werden bald neue Ausrüstungen eintreffen, sagte der Präsident. 

Auf Initiative Rumäniens werde die NATO zudem in dieser Woche eine eigene Sitzung zur Sicherheitslage im Schwarzen Meer abhalten. Rumänien erwartet dabei zusätzliche Unterstützung der Bündnispartner.