Neue Lohnreform löst Protestwelle aus

Gewerkschaften kritisieren Vorschläge der Politik

15.000 Personen haben am Mittwoch laut der Gewerkschaft Sanitas in Bukarest vor der Regierung und dem Parlament protestiert. Kritisiert wird, dass im Lohngesetz die Kürzung von Zulagen nicht ausreichend kompensiert werde und zu Realeinkommensverlusten vor allem bei denjenigen, die unter schwierigen Bedingungen, im Schichtdienst, im Bereitschaftsdienst und unter hohem Druck arbeiten, führen werden. | Foto: Inquam Photos / George Călin

Bukarest (ADZ) – Die geplante Novelle für das Lohnsystem im öffentlichen Dienst sorgt für wachsenden Widerstand. Die Gewerkschaft Sedlex hat am Donnerstag einen ganztägigen Arbeitsausstand ihrer rund 18.000 Mitglieder im Finanzministerium und der Steuerbehörde ANAF ausgerichtet. Möglicherweise sei es der größte Streik in der Geschichte der Steuerbehörde, so die Gewerkschaften. Arbeitnehmerchef Vasile Marica erklärte, die Beschäftigten seien nicht gegen Reformen, sondern gegen aus ihrer Sicht ungerechtfertigte Einkommenseinbußen. Nach Angaben der Arbeitnehmervertreter könnten die Gehälter im Finanzsektor um bis zu 2000 Lei sinken.

Bereits am Mittwoch demonstrierten mehrere tausend Beschäftigte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen vor dem Regierungssitz in Bukarest. Die Gewerkschaft Sanitas warnt, dass die Einkommen von mehr als der Hälfte der Beschäftigten eingefroren würden oder sogar sinken könnten. 

Auch in der Rüstungsfabrik Cugir gingen Beschäftigte auf die Straße. Sie kritisieren das Scheitern der Tarifverhandlungen und fordern eine Lohnerhöhung von 6,5 Prozent sowie höhere Essensgutscheine und Urlaubsgutscheine.