Notfallplan: Regierung feilt an Maßnahmen für Spitzenlastzeiten

Interims-Premier: Nach wie vor „schwierige“ Lage beim AKW Cernavodă

Aufgrund der landesweiten Energiekrise versucht auch die Hauptstadt Bukarest Strom zu sparen. | Foto: Inquam Photos / Octav Ganea

Bukarest (ADZ) – Die geschäftsführende Regierung unter Interims-Premierminister Ilie Bolojan (PNL) feilt an einem Reserveplan, sollten sich die bisher beschlossenen Maßnahmen zur Reduzierung des Stromverbrauchs vor allem zu abendlichen Spitzenlastzeiten als unzureichend erweisen und/oder der zweite und letzte Reaktor des Atomkraftwerks Cernavodă demnächst doch noch vom Netz genommen werden müsse. 

Nach Angaben des Regierungschefs wird sein Kabinett noch in diesen Tagen per Regierungsbeschluss einen Notfall-Mechanismus für Spitzenlastzeiten festlegen, durch den der Stromverbrauch weiter gedrosselt werden kann, falls die bis dahin ergriffenen freiwilligen Sparmaßnahmen der industriellen Großverbraucher nicht ausreichen sollten. Der Notfall-Mechanismus sieht u. a. Vorabwarnungen der Behörden an Energiegroßabnehmer eingedenk deren spezifischen Produktionsprofils vor, dass ihre Stromversorgung am kommenden Tag vorübergehend unterbrochen wird. Besagter Notfall-Mechanismus werde bloß zum Tragen kommen, wenn die Situation es tatsächlich erfordere bzw. sich weiter verschlechtere, versicherte Bolojan.

In puncto Atommeiler Cernavodă und der in diesen Tagen laufenden Bemühungen um die Aufrechterhaltung der Kühlung seines letzten in Betrieb befindlichen Reaktors sagte der Interims-Premier, dass die Lage nach wie vor eine „schwierige“ sei. Zwar sei der Pegelstand der Donau im Raum Cernavodă dank der durchgeführten Sprengungen nicht weiter gesunken, doch bleibe die Lage wegen des Rekord-Niedrigwassers nichtsdestotrotz dramatisch, so Bolojan.

Armee und Wasserwirtschaftsamt „Apele Române“ begannen derweil am Mittwoch, den Donauarm Bala mit einer Unterwasserbarriere abzuriegeln, um so den Abfluss in Richtung des Haupt-Donaulaufs zu erhöhen.