Bukarest (ADZ) – Verbände laufen Sturm gegen die geplante Reform der Krankenkasse, wonach Patienten bei Privatdienstleistern auf Kosten der CNAS nur dann behandelt werden sollen, wenn staatliche Stellen keine Ressourcen verfügbar haben. Organisationen von Krebspatienten und chronisch Kranken sprechen von einer gravierenden Verletzung von Patientenrechten und wollen notfalls auch den Gerichtshof für Menschenrechte anrufen.
Scharfe Kritik kommt zudem vom Verband der privaten Gesundheitsdienstleister (PALMED). Die neuen Regeln könnten Behandlungen verzögern und damit die Überlebenschancen von Patienten verringern, warnt die Organisation. Besonders betroffen wären Programme für Krebspatienten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wo aufwendige Untersuchungen wie PET-CT notwendig sind.
PALMED wirft der Kasse vor, die zentrale Rolle privater Anbieter im rumänischen Gesundheitswesen zu ignorieren: Fast 83 % der Leistungen für Bilddiagnostik werden privat erbracht und 88 % der medikamentösen Krebsbehandlung entfallen auf Private.
Der Verband kritisiert, die geplante Regelung orientiere sich an theoretischen Kapazitäten öffentlicher Anbieter und berücksichtige weder Wartezeiten noch die tatsächliche Verfügbarkeit von Behandlungen. Für Patienten könne eine Verzögerung von Wochen oder Monaten jedoch über Heilung, Behinderung oder Tod entscheiden. Zudem seien in den vergangenen Jahren Millioneninvestitionen erfolgt, deren Zukunft nun infrage gestellt werde.
PALMED fordert die sofortige Rücknahme des Verordnungsentwurfs.
CNAS-Präsident Horațiu Moldovan weist die Vorwürfe zurück. Patienten müssten nicht länger auf Behandlungen warten als bisher, betonte Moldovan. Langfristig solle der Zugang zu Diagnostik und Therapie sogar beschleunigt werden. Zugleich räumte er ein, dass Patienten grundsätzlich die Möglichkeit haben sollten, frei zwischen öffentlichen und privaten Anbietern zu wählen.





