Bukarest (ADZ) – Präsident Nicușor Dan sieht die Vorwürfe gegen den Chef des Personenschutzdienstes SPP, Lucian Pahonțu, durch eine Recherche des Portals Recorder nicht bestätigt. Die Journalisten waren nach Auswertung von Unterlagen und Zeitzeugenaussagen zu dem Schluss gekommen, dass Pahonțu während der Revolution 1989 einer Einheit der Securitate-Truppen angehörte, die auch an der Niederschlagung der Proteste am Bukarester Universitätsplatz beteiligt gewesen sein soll.
Die Niederschlagung der Proteste während der Revolution beziehungsweise der Bergarbeiteraufstände sei zwar ein Schandfleck in der Geschichte Rumäniens und wer an der Niederschlagung solcher Proteste beteiligt gewesen sei, habe aus moralischer Sicht nichts in einem hohen Staatsamt zu suchen, sagte Dan auf einer Pressekonferenz in Chișinău. Aber: „Herr Pahonțu befindet sich nicht in dieser Situation.“ Es sei bedauerlich, dass die Staatsanwaltschaft die Ereignisse bis heute nicht aufgeklärt habe, so Nicu{or Dan. Auch sei er skeptisch, ob dies noch gelingen werde.
Bei seiner Ernennung zum Chef des Personenschutzdienstes vor 21 Jahren sei Pahonțu nach Angaben des Präsidenten überprüft worden.
Dan kritisierte zugleich die Recorder-Recherche. Der Inhalt sei durch den Titel nicht bestätigt: „Ich weiß nicht, worin der Skandal liegt“, sagte er.
Auf seine zu Beginn seiner Amtszeit angekündigte Bewertung Pahonțus angesprochen, erklärte Dan, er habe sich durch den direkten Kontakt mit SPP-Mitarbeitern und ausländischen Nachrichtendiensten einen Eindruck von der Arbeit des Dienstes verschafft.
„Eine Bewertung des Dienstes habe ich gewissermaßen mit meinen eigenen Sinnen vorgenommen. Mir scheint, dass dieser Dienst funktioniert“, sagte Dan. Er bezeichnete den SPP als professionell. Eine eigene Managementprüfung Pahonțus habe er angesichts anderer, aus seiner Sicht dringlicherer Aufgaben nicht für vorrangig gehalten.





