Bukarest (ADZ) – Der als Kritiker seiner Parteispitze bekannte PSD-Bürgermeister von Buzău, Constantin Toma, sieht als einzige Lösung für die aktuelle politische Krise eine Wiederbelebung der verblichenen Fünfer-Koalition – und zwar erneut mit PNL-Chef Ilie Bolojan als Premierminister und ohne den Störenfried Sorin Grindeanu als PSD-Vorsitzender. Wie Toma dem Sender RFI am Wochenende sagte, müsse der von Bolojan losgetretene „Kreuzzug des Anstands in der rumänischen Politik“ fortgesetzt werden – Bolojan sei nämlich der erste Regierungschef, der auf „Werte und Meritokratie“ setze und „uns alle zur Arbeit anhält“. Seine Partei habe sich dieser Vision jedoch widersetzt und ein „gefährliches Spiel getrieben“, das das Land nun in eine „ausweglose Situation“ gestürzt habe.
Es sei bezeichnend, dass seine Parteispitze nicht einsehen wolle, wohin ihre Strategie geführt habe: Die PNL wachse in allen Umfragen, ihr Parteichef Bolojan ebenso, bloß die PSD wachse „wie eine Rübe“ – nämlich nach unten, betonte Toma. Dem PSD-Bürgermeister zufolge kommt seine Partei in ungeschönten Umfragen bloß noch auf „13 bis 14 Prozent“, wobei die Umfragewerte von PSD-Chef Grindeanu, der eigentlich als „Lokomotive“ dienen und der Partei zu Aufwind verhelfen sollte, noch kläglicher seien bzw. „im einstelligen Bereich“ lägen.
Enttäuscht erkärte sich Bürgermeister Toma auch von Staatspräsident Nicușor Dan: Er könne sich nicht des Eindrucks erwehren, dass der Staatschef „in dieser politischen Krise der PSD die Stange hält“ – was „keine gute Lösung“ sei. Es bringe nichts, einer PSD unter Sorin Grindeanu unterstützend zur Seite zu stehen, zumal es in seiner Partei viele Mitglieder mit gesundem Menschenverstand gebe, so der PSD-Kommunalpolitiker.





