Bukarest (ADZ) – Der erste stellvertretende Vorsitzende der PSD und amtierende Bürgermeister von Galatz, Ionuț Pucheanu, hat allen Ernstes Interims-Premier Ilie Bolojan (PNL) mit dem 1989 hingerichteten Diktator Nicolae Ceaușescu verglichen. Im Gespräch mit der Tageszeitung „Adevărul“ sagte Pucheanu, der eine habe die Auslandsverschuldung des Landes drastisch drücken wollen und sein Volk deswegen hungern lassen, während der andere seit einem Jahr bemüht sei, das Haushaltsdefizit „um jeden Preis“ zu senken – strikt an ihrer Zielstrebigkeit gemessen seien die beiden aus seiner Sicht durchaus vergleichbar, so der PSD-Bürgermeister.
Pucheanu zufolge dürften Maßnahmen nicht „nach Gutdünken“ und „um jeden Preis“ umgesetzt werden – im Vordergrund hätten „nicht Zahlen, sondern die Menschen und deren Wohlergehen“ zu stehen, statt durch „rasche drastische Maßnahmen“ hätte das Defizit durch „kleinere Schritte“ gesenkt werden müssen. Indem man den „harten Weg“ eingeschlagen habe, riskiere Rumänien, „die Fehler der Verhangenheit“ zu wiederholen, warnte Pucheanu.
Von den „Adevărul“-Journalisten auf seine eigene Partei und den Verlust eines weiten Teils ihrer Wählerschaft angesprochen, die längst zur rechtspopulistischen AUR migriert ist, erläuterte Pucheanu, dass die PSD-Wählerschaft stets „traditionelle konservative Werte“ hochgehalten habe, während die europäische politische Familie der PSD derweil „zu den progressivsten überhaupt“ gehöre. Da die PSD nach der „Ära Dragnea“ auf europäischer Ebene völlig isoliert dagestanden habe, habe man letztlich einer Annäherung zuliebe „progressivere Töne“ angeschlagen, die jedoch daheim, in den Reihen der eigenen Wählerschaft, „gar nicht gut angekommen“ seien, so der Galatzer Bürgermeister.





