Bukarest (ADZ) – Der langjährige Leiter des mit dem Schutz von Würdenträgern beauftragten Geheimdienstes SPP, Lucian Pahonțu, muss seine Rolle bei den Ereignissen klären, die im Dezember 1989 zum Sturz des Kommunismus in Rumänien führten: Der General a. D. gehörte nach Recherchen der Investigativjournalisten von Recorder zu den kasernierten Geheimdienstkräften, die Gewaltherrscher Nicolae Ceaușescu am Nachmittag des 21. Dezember 1989 zur Niederschlagung der Proteste in Bukarest einsetzte. Mehrere von Recorder ausgewertete Dokumente und Zeitzeugenaussagen belegen demnach, dass Pahonțu in jener Nacht im Bereich der Barrikade am Intercontinental-Hotel im Zentrum der Stadt anwesend war. 48 Menschen wurden dort getötet, Hunderte festgenommen.
Auch an den Ereignissen vom 13. Juni 1990 soll der heutige SPP-Chef beteiligt gewesen sein. Damals gingen Bergleute aus dem Schiltal und Sicherheitskräfte auf dem Universitätsplatz in Bukarest gegen Demonstranten vor. Hunderte Menschen wurden verprügelt und festgenommen.
Wie das Presseportal Snoop berichtet, hätte Pahonțu beim Rat für das Studium der Securitate-Archive (CNSAS) eine persönliche Erklärung abgeben müssen, in der er versichert, weder Mitarbeiter noch Informant der Securitate gewesen zu sein und keine Menschenrechte verletzt zu haben. Eine solche Erklärung erreichte den CNSAS jedoch nie, so Snoop. Lucian Pahonțu wurde 2005 vom damaligen Staatschef Traian Băsescu zum Chef des SPP ernannt und ging 2024 in den Ruhestand. Als General a.D. behielt er sein Amt auch unter Nicușor Dan.





