Bukarest (ADZ) – Nach dreimonatiger Regierungskrise sind die meisten Lösungsansätze angesichts der verhärteten Fronten und zahllosen „roten Linien“ der politischen Parteien längst wieder verworfen worden, ein Ende der Krise zeichnet sich nach wie vor nicht ab. Die Reformpartei USR hat daher mit einem interessanten Kompromissvorschlag aufgewartet – nämlich ein politisch besetztes Kabinett unter einem technokratischen Regierungschef, der durchregieren bzw. bis 2028 im Amt bleiben würde, während die Minister mit politischer Couleur nach knapp eineinhalb Jahren im Rochade-System ausgetauscht würden. Wie Interims-Verteidigungsminister Radu Miruță (USR) dem Nachrichtensender Digi 24 erläuterte, wäre damit einerseits die Kontinuität des Premierministers sowie des Regierungsprogramms gewährleistet, während sich andererseits PSD und das informelle Bündnis bestehend aus PNL, USR und dem UDMR am Regierungstisch abwechseln könnten. Seiner Meinung nach liege die Lösung just in besagter Rochade, selbst wenn letztere in der Bevölkerung wenig Anklang finde, sagte Miruță.
Auch Interims-Vizepremierminister Barna Tanczos (UDMR) hob hervor, dass die Regierungskrise schnellstmöglich beigelegt gehöre – das Land brauche dringend eine voll handlungsfähige Regierung. So wie bisher, mit außerordentlichen Parlamentstagungen für jede Gesetzesvorlage, könne es nicht länger weitergehen – er persönlich rechne daher damit, dass die Verhandlungen zwischen den politischen Parteien in den kommenden Wochen erheblich zunehmen werden, sagte Tanczos. Dem UDMR-Politiker zufolge schließt seine Partei mittlerweile nicht aus, gegebenenfalls ein Minderheitskabinett der PSD aus dem Parlament heraus zu dulden, um die anhaltende Regierungskrise endlich beigelegt zu sehen.





