Seedrohne unweit von Neptun Deep zerstört

Rumänischer Kampfjet setzte Bordkanone ein

Der Zwischenfall mit der sprengstoffbeladenen Seedrohne, die am Donnerstag in der Nähe der Bohrplattform „Neptun Alpha“ zerstört wurde, zeigt die Verwundbarkeit des maritimen Ölförderprojekts „Neptun Deep“ in der ausschließlichen Wirtschaftszone Rumäniens, rund 160 Kilometer von der Küste entfernt. Ein Angriff oder eine Sabotageaktion in diesem Gebiet löst nicht Artikel 5 der NATO aus, gilt also nicht als Angriff auf das Bündnis. Foto: facebook/RaduMiruta

Bukarest (ADZ) – Ein rumänischer F16-Kampfjet hat am Donnerstag mit seiner Bordkanone eine mit Sprengstoff beladene Seedrohne unweit der Förderplattform „Neptun Alpha“ im Schwarzen Meer zerstört. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hatte die Küstenwache davor Alarm wegen eines nur wenige hundert Meter vor der Förderplattform aufgetauchten unbemannten Objekts geschlagen.

Interims-Verteidigungsminister Radu Miruță (USR) teilte mit, dass ein Krisenstab daraufhin zunächst bei der NATO die Befehlsgewalt beantragt habe und danach zwei Kampfjets der rumänischen Luftwaffe aufsteigen ließ, die wegen der für die Arbeiter der Förderplattform bestehenden Gefahr den klaren Befehl zur Zerstörung der Seedrohne erhalten hatten. Auf Anfrage der rumänischen Behörden habe Kiew bereits klargestellt, dass besagte Drohne nicht ukrainischer Herkunft sei, fügte Miruță hinzu. 

Erst vor zehn Tagen hatten Militärtaucher zwei unweit der Förderplattform treibende Flugdrohnen von Typ Gerbera gesprengt. Das Offshore-Förderprojekt „Neptun Deep“ im Schwarzen Meer ist das größte Erdgasprojekt des Landes.