Seltsames Monopol bei PNRR-Aufträgen

Bukarest (ADZ) – Die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) untersucht nach Berichten der Publikationen Info Sud-Est und G4Media die Vergabepraxis im Zusammenhang mit mehreren Digitalisierungs- und Beratungsverträgen, die über den Wiederaufbau- und Resilienzplan (PNRR) mit EU-Geldern finanziert wurden. Nach Recherchen der Journalisten konnte eine kleine rumänische Firma innerhalb von weniger als zwei Jahren 49 Digitalisierungsaufträge von Kommunalverwaltungen im Gesamtwert von rund 10 Millionen Euro für sich entscheiden – in 85 Prozent der Fälle ohne jegliche Konkurrenz. 21 dieser Ausschreibungen wurden allein zwischen September und November 2023 gewonnen, elf davon in nur einem Monat.

Auffällig ist die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens: 2023 wuchs der Umsatz auf 7,7 Millionen Euro bei einem Gewinn von 5,2 Millionen Euro, obwohl es nur vier Beschäftigte hatte. Noch im Vorjahr bestand die Firma lediglich aus einem einzigen Angestellten, erzielte aber bereits einen Gewinn von über 400.000 Euro.